Für Geflüchtete Drei Wohnungen fehlen noch

Johanna Reinboth
Die Stadt Hof sucht Wohnugen, die regulär gemietet werden sollen. Foto: picture alliance/dpa/Daniel Bockwoldt

Die Stadt Hof sucht Wohnraum für Geflüchtete. Zwei Anbieter haben aber gar keine Antwort erhalten und sind verärgert.

Die Stadt Hof sucht nach wie vor nach Wohnraum für Geflüchtete aus der Ukraine. Man suche aber keine kurzfristigen Unterkünfte mehr, sondern Mietwohnungen, ist aus der Medienstelle der Stadt zu erfahren.

Vor einigen Tagen hat die Frankenpost einen Artikel zu den fehlenden Wohnmöglichkeiten für Geflüchtete aus der Ukraine veröffentlicht. „Das größte Problem ist aber der Mangel an Wohnraum“, hieß es dort. In der Kommentarspalte auf Facebook unter dem Artikel löste dieser Satz große Empörung aus, vor allem bei zwei Nutzern aus der Region: Beide informierten unsere Zeitung, dass sie der Stadt Unterkünfte für Geflüchtete angeboten haben; die Angebote blieben aber unbeantwortet. „Anscheinend werden die, die helfen wollen, nicht für voll genommen“, schreibt Sandra Fischer, Wirtin eines Gasthofes in der Nähe von Selbitz.

„Ich habe mich gleich bei den ersten Aufrufen im Frühjahr gemeldet“, erzählt die Gastronomin. Zwei ihrer fünf Hotelzimmer habe sie angeboten, aber es sei keine Reaktion seitens der Stadt oder des Landkreises gekommen. Daraufhin habe sie ihre Hilfe noch dem Hotel- und Gaststättenverband angeboten, der ebenfalls einen Aufruf gestartet hatte. Auch dieses Angebot blieb unbeantwortet. „Es ist nicht so, als wäre niemand in Hof bereit gewesen, zu helfen“ schildert Fischer ihre Erfahrungen. Sie habe die Zimmer länger freigehalten, vermiete sie nun aber wieder an Gäste.

Ähnlich ist es Hans-Norbert Diehl ergangen, der der Stadt auf mehreren Wegen Gästezimmer mit privatem Schlafbereich und gemeinschaftlicher Küche sowie Sanitärbereich angeboten habe. Er habe auch, trotz mehrmaliger Nachfrage, keine Reaktion auf sein Angebot erhalten.

„Man sucht keine Unterkünfte, sondern Wohnungen, die von den Geflüchteten angemietet werden können“, schreibt Lydia Würkner von der Medienstelle der Stadt Hof auf Anfrage. Am Anfang der Krise habe man jegliche Art von Unterkunft dringend gesucht und benötigt. Nun änderte sich das Recht für Geflüchtete aus der Ukraine und somit auch die Regelungen für den Leistungsbezug. Bereits im Juli erklärte die Stadt Hof auf Anfrage, dass es eine Anweisung des bayerischen Innenministeriums Anfang Juni gegeben habe. Dieser zufolge sollten alle mittelfristigen Unterbringungsmöglichkeiten für Kriegsflüchtlinge alsbald gekündigt werden. Darunter fallen unter anderem Hotels, Pensionen, Fremdenzimmer oder Jugendherbergen. Alle Geflüchteten, die nun Grundsicherung erhalten, sollen demnach selbstständig Wohnraum anmieten. Obwohl die Hilfsbereitschaft in Hof groß ist, benötige man folglich derzeit keine kurz- oder mittelfristigen Unterkünfte mehr, sondern länger- beziehungsweise langfristige Wohnungen. Ob die Unterkünfte von Fischer und Diehl unter mittelfristige Bleiben fallen und die Angebote daher unbeantwortet blieben, hat die Sprecherin nicht bestätigt. Warum Fischer im Frühjahr keine Antwort erhalten hatte, bleibt ebenfalls offen. Die Stadt Hof habe alle potenziellen Vermieter kontaktiert, suche aber immer noch Wohnungen. Wie die Frankenpost berichtete, müssen alle Geflüchteten, die in der Jugendherberge Hof untergekommen sind, dort ausziehen. Im Moment sucht die Stadt noch Wohnraum für drei Familien à zwei, vier und fünf Personen. Wer noch eine Mietmöglichkeit hat, solle sich melden.

 

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