Fußball-Bayernliga Mit Rumpfelf nach Neumarkt

Ob Tom Feulner am Samstag spielen kann, ist fraglich. Foto: Mario Wiedel

Der SpVgg Bayern Hof drohen etliche Ausfälle für das Bayernliga-Punktspiel an diesem Samstag in der Oberpfalz. Trainer Pribyl ist trotzdem nicht bange: „Die Einstellung meiner Jungs passt. Wir werden uns nicht verstecken.“

Hof - Die Zeiten waren schon mal besser. An diesem Samstag reist der Fußball-Bayernligist SpVgg Bayern Hof in die Oberpfalz. Ziel ist Neumarkt. Um 14 Uhr ist Anstoß auf der Sportanlage des ASV am Deininger Weg. Und Trainer Roman Pribyl wusste am Freitagnachmittag vor dem Abschlusstraining am Abend noch nicht, auf wie viele seiner Jungs er für das Auswärtsspiel wird zählen können. Die Verletztenliste ist länger geworden: Neben den Langzeitverletzten Tomas Petracek, David Guyon und Fabian Krantz gesellten sich Elia Bifano, Marian Schubert und Ferdinand Seifert. Dazu fehlten unter der Woche wegen Krankheit Andreas Knoll und Tom Feulner.

Angesichts dieser langen Reihe von Ausfällen wiegt doppelt schwer, dass Pribyl mit Matej Kyndl auf den teaminternen besten Torschützen und absoluten Leistungsträger verzichten muss. Der 28-Jährige musste bekanntlich zuletzt in Karlburg nach einem Foulspiel mit Rot vom Platz. Er wird den Hofern in den nächsten drei Partien gesperrt fehlen.

Trübsal will Pribyl angesichts der vielen Hiobsbotschaften der vergangenen Tage dennoch nicht blasen. „Ich habe vollstes Vertrauen zu allen meinen Spielern. Die Einstellung jedes einzelnen stimmt. Das gibt mir die Zuversicht, dass wir auch diese schwierige Situation meistern“, sagte er am Freitag.

Mit einem 1:1 trennten sich beide Mannschaften am 24. Juli diesen Jahres auf der Grünen Au. Damals – zum Punktspielauftakt – wusste keiner so recht, dieses Unentschieden einzuschätzen. Schließlich ist Neumarkt in dieser Saison erst in die Bayernliga Nord aufgestiegen, Und doch zeigte sich schon in dieser Partie, wie spielstark dieser Neuling ist, der souverän die abgebrochene Saison in der Landesliga Mitte dominiert hatte.

Die Oberpfälzer setzten sich jedenfalls auch eine Liga höher gleich im vorderen Tabellendrittel fest. Zwischenzeitlich grüßten sie sogar vom Platz an der Sonne. Mittlerweile hat sich die Mannschaft von Trainer Jürgen Schmid im Tableau der 18 Bayernligisten auf dem fünften Tabellenplatz eingeordnet. Mit 32 Zählern hat sie 13 mehr auf dem Konto als die SpVgg Bayern Hof, die auf Rang zwölf platziert ist.

Auf die Pribyl-Elf wartet also alles andere als eine leichte Aufgabe. Zumal der ASV als ungemein heimstark gilt. Vergangene Woche siegten die Oberpfälzer am Deininger Weg gegen den FC Sand 2:0. Von ihren bisher neun Partien hat die Schmid-Elf sieben gewonnen, zwei gingen verloren. Auf eigenem Platz haben die Oberpfälzer also noch nicht ein Mal die Punkte geteilt. Sollten die Oberfranken an diesem Samstag wie zum Punktspielauftakt ein Remis erzielen – es wäre angesichts der Vorzeichen wohl durchaus als Überraschung zu werten. Einerseits.

Andererseits ist im Fußball nichts unmöglich. Auf diesen Umstand macht Trainer Pribyl immer wieder aufmerksam. Und eine Bestätigung für seine Aussage lieferte jüngst am Mittwoch ein DFB-Pokalspiel. „Wer hätte geglaubt, dass Bayern München 5:0 verlieren kann? Verlieren ja, aber 5:0!“

Pribyl will deshalb nicht als Zweckoptimist gelten, wenn er sagt: „Wir fahren dahin, um mindestens einen Punkt mitzunehmen.“ Jedes Spiel beginne nun mal mit 0:0. Einen Zähler verdient sich eine Mannschaft also immer dann schon allein dadurch, dass sie kein Gegentor zulässt. Grundsätzlich also tatsächlich kein unmögliches Unterfangen.

Zur ganzen Wahrheit gehört im Fall der Pribyl-Elf allerdings auch: In dieser Saison hat noch keiner der eingesetzten Torhüter seinen Kasten sauber halten können. Ob Nico Preißler das ausgerechnet in Neumarkt gelingt? „Die Abwehr hat in den vergangenen Spielen gut gearbeitet und kaum Fehler gemacht. Auch das 1:1 zuletzt in Karlburg entsprang leider einem etwas übermotivierten Einsatz, der zum Elfmeter und Ausgleich führte. Wenn wir keine Fehler machen, warum sollten wir nicht endlich unser erstes Zu-Null-Spiel schaffen?“, fragt Pribyl – ungeachtet der Tatsache, dass er seine Abwehr auf den Außenverteidiger-Positionen wohl wird umbauen müssen. Mit Schubert und Seifert ist eher nicht zu rechnen.

Der 57-jährige Coach ist indes lange genug im Geschäft, dass er weiß, dass es häufig dann zu Überraschungen kommt, wenn keiner daran denkt – siehe Bayern München.

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