Fußball-Landesliga Dämpfer für die Kickers

Die Selber verlieren in der Landesliga gegen Stadeln, vergeben aber in der ersten Halbzeit eine Vielzahl an Chancen. Vielleicht hätte es eher regnen sollen.

Selb - Die Euphorie und die damit verbundene Aufbruchstimmung beim Fußball-Landesligisten Kickers Selb hat einen schmerzhaften und völlig unnötigen Dämpfer erhalten. Mit einer 1:3-Heimniederlage gegen den FSV Stadeln, der wiederum seine Erfolgsserie auf fünf Siege in Folge ausbaute, wurden die Schützlinge von Martin Damrot jäh auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Dabei hätte diese intensive Partie auch ganz anders laufen können. Wenn es zur Pause mit 4:2 oder 5:2 in die Kabinen gegangen wäre, hätten sich die Gäste nicht beklagen können. Dafür nutzten sie im zweiten Durchgang die gegnerischen Schwächen konsequent aus.

In einer lebhaften ersten Halbzeit legten die Platzherren mutig los. Die Belohnung ließ nicht lange auf sich warten. Nach einem Eckball entstand ein Durcheinander am Fünfmeterraum, der Ball landete bei Florian Rupprecht – und der traf flach ins Eck. Der Torschütze kam zehn Minuten später frei zum Kopfball, zielte jedoch neben das Tor. „Wir waren in der ersten Viertelstunde nicht zu hundert Prozent auf dem Platz, was auch der Hektik durch den Stau auf der Autobahn geschuldet war“, analysierte Gästetrainer Manfred Dedaj. Die Kickers zeigten weiter gute Ansätze im Spiel nach vorne, mussten aber von nun an auf der Hut sein. Was in der 20. Minute nicht gelang. Yasin Kaya steckte in die Spitze durch zu Tim Paschek, der umkurvte Torhüter Jonas Lang und schob zum Ausgleich ein. Wenig später hätte die Heimelf jedoch erneut in Führung gehen müssen. Bei einem Missverständnis zwischen FSV-Keeper Marcel Lenhart und Phillip Worst am Sechzehnereck war Daniel Sedlacek lachender Dritter. Er hätte den Ball ins verwaiste Tor befördern können, entschied sich aber für einen Querpass zum zentral postierten Eduard Root. Dem stand nur noch Alijoscha Schnierstein im Weg. Root hätte sich die Ecke aussuchen können, schloss allerdings viel zu lässig ab und scheiterte an der Fußspitze des Stadelner Abwehrspielers. Eine weitere Selber Großchance vergab Sedlacek, der den Ball nicht an Torhüter Lenhart vorbeibrachte. Das hätte sich fast gerächt, denn bei einem der besagten Gegenangriffe der Gäste brannte es plötzlich lichterloh vor dem Selber Tor. Eine Hereingabe von links erreichte den am Fünfmeterraum lauernden Kaya – und Torhüter Lang rettete in höchster Not. Die letzte Möglichkeit vor dem Pausenpfiff gab es wieder auf der anderen Seite. Sedlacek fand mit einer Direktabnahme in Lenhart seinen Meister. „Wir haben in der ersten Halbzeit gut gespielt, nur keine weiteren Tore gemacht“, trauerte Martin Damrot den vergebenen Gelegenheiten hinterher. „Am Ende rächt sich das gegen so einen Gegner.“

Völlig anders begann der zweite Durchgang. Die Platzherren sahen sich in die Defensive gedrängt und agierten zu passiv, der Gegner übernahm die Initiative und schlug ein zweites Mal zu. Einen Schuss aus 25 Metern wehrte Lang etwas unglücklich ab, Angelo Walthier verwandelte den Nachschuss. Danach bekam die Heimelf das Geschehen wieder besser in den Griff, machte sich aber mit Fehlpässen und Missverständnissen selbst das Leben schwer. Die Stadelner lauerten auf Konter. Erst mit dem kurzzeitig einsetzenden Regen tauchten die Selber gefährlich vor dem Gästegehäuse auf, konnten aber von einer Verwirrung im FSV-Fünfer nicht profitieren. Zehn Minuten vor dem Ende verzog Petr Rehak aus guter Position im Strafraum. Auf der Gegenseite hatte der eingewechselte German Elperin die Vorentscheidung auf dem Fuß. Den Deckel drauf machte Oliver Mielack.

Kickers Selb: J. Lang – Rehak, Peschek (72. Kießling), A. Seidel, Hamann (46. Tonka), Rupprecht, Winter, Özkan (82. Caliskan), Bösel, Root, Sedlacek.

Schiedsrichter: Fekih (TV Oberndorf). – Zuschauer: 250. – Tore: 5. Min. Rupprecht 1:0, 20. Min. Paschek 1:1, 52. Min. Walthier 1:2, 90. Min. Mielack 1:3. Sp

 

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