Gedenkfeier auf der Luisenburg Großer Abschied von Monsignore Schäffler

Mit musikalischer Unterstützung des Katharinenchors (links) fand die Gedenkfeier auf der Luisenburg statt. Foto: /Sascha Fuchs, Porträtfoto: Florian Miedl

Mit coronabedingter Verspätung bekam Heinrich Benno Schäffler nun eine gebührende Gedenkfeier. Der Wunsiedler Ehrenbürger wurde 93 Jahre alt.

Wunsiedel - Er war einer, der das Leben in Wunsiedel maßgeblich mitgeprägt hat: Monsignore Heinrich Benno Schäffler. Am 24. Januar 2021 starb der Ehrenbürger der Stadt im Alter von 93 Jahren. Nun gab es eine Gedenkfeier auf der Luisenburg in Wunsiedel – eine angemessene Stätte für Heinrich Benno Schäffler, dem die Luisenburg immer am Herzen lag.

„Er ist ein kraftvolles geistliches Beispiel. Sein sympathisches Erscheinen bleibt uns allen in guter Erinnerung“, sagte Pfarrer Günter Vogl zu Beginn seiner Andacht. Bürgermeister Nicolas Lahovnik gab in seinem Nachruf einen Einblick in Schäfflers ereignisreiches Leben: 1928 geboren, erfuhr er als Flakhelfer den Krieg in seiner Jugend hautnah und geriet in Kriegsgefangenschaft. Bei seiner Rückkehr nach Wunsiedel im Jahr 1945 durften er und seine Altersgenossen das Abitur nicht ablegen. Schäffler ließ sich nicht beirren und fuhr mit dem Zug bis nach München, um sein Anliegen im Kultusministerium durchzusetzen. „Allein an diesem Beispiel merkt man, was für ein Mensch Monsignore Heinrich Benno Schäffler war“, kommentierte Nicolas Lahovnik.

Nachrufe von zahlreichen Wegbegleitern

Heinrich Benno Schäffler war 18 Jahre lang Mitglied im Wunsiedler Stadtrat für die CSU, setzte sich als Mitinitiator der Städtepartnerschaft mit Mende für die Völkerverständigung ein und gründete 2009 die Heinrich-Benno-Schäffler-Stiftung. Die Liste über seinen Einsatz ließe sich noch deutlich länger ausführen. Das Bundesverdienstkreuz und seine Auszeichnung zum Ehrenbürger von Wunsiedel trug Heinrich Benno Schäffler mit Stolz. Bürgermeister Lahovnik sprach seinen Respekt aus: „Er war und ist ein Vorbild für uns alle, sein Name wird mit der Stadt ewig verbunden bleiben.“

Insgesamt elf Redner stellten sich auf die Bühne, um Monsignore Schäffler mit einem Nachruf gebührend zu verabschieden. Außerdem spielte Hartwig Küspert einen musikalischen Nachruf am Klavier.

Martin Schöffel, Mitglied des Landtags, ging der Tod Heinrich Benno Schäfflers auch persönlich nah: „Man merkt, wie sehr er fehlt. Er hinterlässt bei uns eine Lücke, die nicht geschlossen werden kann.“ Schäffler sei ihm als große Persönlichkeit sehr wichtig gewesen, und Schöffel erinnerte sich an Schäfflers Einsatz gegen rechts und seine Teilnahme an einer Sitzblockade in Wunsiedel.

Luisenburg einer seiner liebsten Orte

„Neben der Kirche und dem Luisenburg-Gymnasium war die Luisenburg einer seiner liebsten Orte“, stellte Roland Schöffel, stellvertretender Landrat, fest und zeigte sich erfreut, dass die Feier dort stattfinden konnte.

Auch Peter Seißer, der Schäffler in dessen 18 Jahren im Stadtrat begegnet war, berichtete von seinen guten Erinnerungen: „Unsere Familien sind seit langer Zeit verbunden. Auch wenn wir nicht in derselben Partei waren, so haben wir uns gut verstanden.“

Eine Anekdote erzählte Uwe Göbel von der katholischen Pfarrgemeinde. Heinrich Benno Schäffler prägte die Kindheit von Göbels Tochter so sehr, dass diese ihren Teddybären ‚Heinrich Benno’ taufte. Der Teddy begleitete sie durch Schule und Studium.

Von Schäfflers jahrzehntelangem Wirken in der katholischen Erwachsenenbildung (KEB) sprach der geschäftsführende Bildungsreferent Johannes Geiger. Schäffler gründete die Erwachsenenbildung im Jahr 1973 und war bis 2003 auch deren Vorsitzender. Unter anderem war er mitverantwortlich für den Aufbau des Internetauftritts. Schon damals hat Schäffler laut Johannes Geiger stets mit Weitblick agiert.

Weltmensch mit Wunsiedel als Grundbedürfnis

Das konnte auch Jürgen Fraas, Vorsitzender des CSU-Ortsverbands Wunsiedel, bestätigen: „Heinrich Benno Schäffler trat 1970 in den Ortsverband ein und war von Beginn an ein Vordenker. Ich suchte selbst oft Rat bei ihm.“ Ein ‚Weltmensch mit Wunsiedel als Grundbedürfnis’ sei Schäffler gewesen.

Für die Deutsch-Französische Gesellschaft (DFG) war Alexander Fuchs bei der Gedenkfeier vertreten. „Die Städtepartnerschaft mit Mende ist ein Beispiel für gelungene Aussöhnung. Heinrich Benno Schäffler hatte daran großen Anteil“, sagte Fuchs. Schäffler erhielt zu seinem 90. Geburtstag die Ehrenmitgliedsurkunde der DFG.

Auch in der Schülerverbindung Absolvia Wunsiedel war Schäffler aktiv. So verabschiedete sich Werner Schlicht in deren Namen von seinem Bundesbruder: „Er liebte die gute Gesellschaft, nahm an jedem Ereignis der Absolvia mit Freude teil. Ein Bundesbruder wird nie vergessen.“

Auch als Lehrer ein Vorbild

An Schäfflers Arbeit als Lehrer erinnerte Joachim Zembsch, Schulleiter des Luisenburg-Gymnasiums in Wunsiedel. Zembsch sei noch immer aufgewühlt: „Der Kontakt zu Heinrich Benno Schäffler war für mich immer von besonderer Bedeutung. Er war und bleibt uns allen ein großes Vorbild.“

Zuletzt verabschiedete sich Schäfflers Großneffe Thomas Wellenhöfer im Namen der ganzen Familie. „Für unseren ‚Onkel Heini’ war es zuletzt sehr schwierig. Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen haben ihm zu schaffen gemacht“, betonte er. Schäffler sei schließlich immer am liebsten dort gewesen, wo auch seine Familie, seine Freunde und auch seine Mitstreiter waren.

Pfarrer Günter Vogl fasste die Gedenkfeier für Monsignore Heinrich Benno Schäffler kurz und knapp zusammen: „Mein Dank geht an alle, die diese Feier auf der Luisenburg möglich gemacht haben. Ich für meinen Teil kann nur sagen: Heinrich Benno Schäffler hätte es heute sehr gefallen.“

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