Trockenheit im Landkreis Hof Erster Waldbrand endet noch glimpflich

Manfred Köhler
Wege und Böden in den Wäldern im Hofer Land sind zwar extrem trocken, aber die Vegetation ist momentan noch nicht in Gefahr. Foto: /Köhler

Die Waldbrandgefahr ist sehr hoch – ein Feuer gab es bereits, am Donnerstag bei Brunnenthal. Den Wald selbst sieht Forstoberrätin Brigitta Köhler-Maier durch die Trockenheit noch nicht gefährdet.

Einmal hat es bereits gebrannt, wie Kreisbrandrat Reiner Hoffmann auf Nachfrage informiert: „Donnerstagmittag brannten in einem Wald bei Brunnenthal rund 300 Quadratmeter Waldboden.“ Die Ortsfeuerwehr habe mit Unterstützung der Feuerwehr Köditz mit einem wasserführenden Fahrzeug das Feuer rasch eingedämmt. Für alle Fälle wurde ein Großtanklöschfahrzeug aus Hof angefordert. Der Brand sei zwar nicht groß gewesen, hätte aber gefährlich werden können, auch wegen der unwegsamen Lage.

Auch wenn die Wälder im Hofer Land sehr trocken sind und hohe Waldbrandgefahr besteht – die Vegetation selbst ist derzeit noch nicht in Gefahr. Forstoberrätin Brigitta Köhler-Maier, Abteilungsleiterin am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Bayreuth-Münchberg, Außenstelle Bad Steben, sagt auf Nachfrage: „An manchen Stellen sind vielleicht die Moospolster eingetrocknet.“ Beim nächsten Regen könnten sich das Moos wie auch vereinzelt verdorrte Graspflanzen wieder erholen.

Kühle Nächte

Dass das Thema Trockenheit derzeit bei den Forstleuten noch nicht so „hochkocht“, liege auch daran, dass die Nächte noch relativ kühl sind. „Die Temperaturen sind bei uns noch nicht so extrem wie im zum Beispiel im Breisgau, wo es auch nachts kaum abkühlt“, sagt die Forstexpertin. Dennoch sei die Lage für die Jahreszeit, wie in den vorherigen Jahren, auch für unsere Region außergewöhnlich: „Wir haben auch heuer wieder einen sehr trockenen Frühsommer“, stellt Köhler-Maier fest. Der Wasserstand in manchen Bächen sei merklich gefallen. Auch wenn unsere Wälder nicht so leicht entzündlich seien wie zum Beispiel ausgedehnte Kiefernwälder in anderen Regionen, gelte erhöhte Wachsamkeit. „Selbstverständlich muss man grundsätzlich aufpassen mit offenem Feuer“, mahnt Köhler-Maier: „In Bayern sind rauchen und offene Feuer im Wald von März bis Oktober verboten.“ Besonders am Wochenende, wenn es noch heißer wird, gelte erhöhte Wachsamkeit.

Die Polizei geht davon aus, dass der Waldbrand bei Brunnenthal am Donnerstag entstanden ist, weil sich Unbekannte eben nicht an das Verbot, Feuer zu machen, gehalten haben: Laut Polizeibericht ist der Brand von einem Lagerfeuer verursacht worden, das nicht richtig gelöscht worden war. Gegen Mittag informierte ein Passant die Leitstelle über ein Feuer in dem Waldgrundstück. Das Feuer hatte sich von der Lagerfeuerstelle aus ausgebreitet. Größtenteils ist Moos verbrannt, aber auch zwei Bäume fingen im unteren Bereich Feuer. Um zu der Stelle zu gelangen, mussten die Feuerwehrleute Motorsägen einsetzen. Schließlich gelang es, das Feuer zu löschen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Der Schaden lässt sich noch nicht beziffern.

Großtanklöschfahrzeuge

Wie Kreisbrandrat Hoffmann informiert, kommen bei einem derartigen Brand zunächst die wasserführenden Fahrzeuge der jeweiligen Wehren zum Einsatz. Ist der Waldbrand größer, können Löschwasser-Transportfahrzeuge und Großtanklöschfahrzeuge angefordert werden; neun gebe es in der Stadt und im Landkreis Hof. Vor Ort kämen auch Faltbehälter mit einem Fassungsvermögen von bis zu 10 000 Litern Wasser zum Einsatz; von den Landwirten können Schwemmfässer angefordert werden. Der Landkreis habe drei Waldbrandcontainer mit Spezialgeräten angeschafft, zum Beispiel besondere Äxte und Hacken. Zudem gibt es spezielle Waldbrandschläuche, die sich selbst außen feucht halten.

 

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