Handreichung EU lobt deutsch-tschechisches Kunstprojekt

Die „Handreichung“ steht direkt auf der Grenzlinie. Foto: Borivoj Horínek

Mit „Europa – ganz nah“ hat der Kunstverein Hochfranken Selb den Nerv der Zeit getroffen. Behörden begutachten das Ergebnis.

Selb/Asch - Mit dem Projekt „Europa – ganz nah / Evropa – velmi blízko“ hat der Kunstverein Hochfranken Selb versucht, Menschen beiderseits der deutsch-tschechischen Grenze zusammenzubringen. Zu einem Symbol des Projektes ist die Installation „Handreichung“ am Grenzübergang Selb-Asch geworden. Das deutsch-tschechische Kunstprojekt „Europa – ganz nah“ wurde nun durch die EU begutachtet, teilt der Kunstverein mit.

„Ein schöneres Symbol für die deutsch-tschechische Verständigung als diese materialisierte Handreichung vermag ich mir kaum vorzustellen“, so sagt es Bundesaußenminister Heiko Maas zum Abschluss des Projektes „Europa – ganz nah / Evropa – velmi blízko“ in seinem Grußwort als Schirmherr. Im Rahmen des Projektes des Kunstvereins Hochfranken Selb sei unter anderem das Kunstwerk erstellt worden, das nun direkt auf der deutsch-tschechischen Grenze steht und beide Seiten durch ausgestreckte Hände über die Grenze hinweg verbindet.

Begutachtung durch EU

Das im wahrsten Sinne des Wortes grenzüberschreitende Projekt sei nun von der EU und angegliederten Behörden erfolgreich begutachtet worden. Die Reaktionen der Ausschussmitglieder seien durchweg positiv gewesen. Die Vertreterin Bayerns bei der Europäischen Union und der Vertreter der Regierung von Oberfranken lobten das Engagement des Kunstvereins, und Repräsentanten aus gleich fünf bayerischen Staatsministerien zeigten sich begeistert von den Ergebnissen des Projektes, heißt es in der Mitteilung. Am Ende sei sogar das Interesse laut formuliert worden, weitere Projekte des Kunstvereins Hochfranken Selb zu fördern.

Die Prüfung des Projektes erfolgte in einer Online-Sitzung des Begleitausschusses, einem bayerisch und tschechisch paritätisch besetzten Gremium, das die Projekte für das Programm der Europäischen Union, Ziel ETZ, INTERREG, auswählt. Der EU-Zuschuss für das Projekt des Kunstvereins betrug 85 Prozent bei einer Ausgabensumme von nahezu 180 000 Euro. Für die Begutachtung wurde eine Online-Dokumentation des Projektes erstellt.

Diese Rückschau auf „Europa – ganz nah“ mache gerade auch in Krisenzeiten die Sinnhaftigkeit der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit deutlich. Das Ziel des Projektes, nämlich die Förderung des Zusammenwachsens der Nachbarstädte Selb und Asch zu einer Europastadt, stärke die Region und sei – mit den Worten von Heiko Maas – „ein sichtbarer und lebendiger Ausdruck dafür, dass die Region mittlerweile ein großer gemeinsamer Wirtschafts- und Kulturraum ist“.

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