Hof - Keine Rosen ohne Dornen. Wozu noch drüber reden? Man kann’s freilich auch poetischer sagen. Bei Goethe beispielsweise ist das "Röslein auf der Heiden" so "jung und morgenschön", dass ein Knabe es "brechen" will, obwohl die Blume protestiert: "Ich steche dich." In den Liedern aus "Des Knaben Wunderhorn" findet eine Jungfrau, statt Rosen zum Hochzeitskranz, nur Rosmarin, um sich ein "Totenkränzlein" zu winden. Bei Jens Peter Jacobsen und Emanuel Geibel geben sich Rosen todmüd den Küssen des Mondes hin, "schwer von Tau und Duft", während ein Schwan, "so süß, so leise", sein letztes Lied anstimmt. Auch das Schöne muss sterben.