Zu oft hat der bayerische Ministerpräsident Markus Söder in Bad Steben "die Medien" nach vorne geschoben, um das, was er für Schein-Probleme hält, zu erklären. Sei es die Kruzifix-Anordnung oder der unwürdige Koalitionsstreit in der Asylfrage. Söder spinnt daraus vor 750 Menschen eine Realität, die "die Medien" - eine absurde Pauschalisierung - als Wahrheit verkaufen würden. "Der Bürger denkt anders", sagt Söder. Und zwar pfeilgerade so, wie er sich die Wahrheit vorstellt. Er redet verallgemeinernd von einer Kluft zwischen Berichterstattung und Realität. Der gelernte Journalist Söder spricht damit von "Fake News", auch wenn er diesen Begriff nicht in den Mund nimmt. Er ist so vermessen, im Besitz der "echten" Wahrheit sein zu wollen. Söder macht Zeitungen und Sender zu Gegnern, die seiner Sache Schaden zufügen wollen. Das ist nicht nur infam, sondern es erinnert auch an die "Lügenpresse"-Taktik einer anderen Partei, mit der die CSU nichts zu tun haben will.