Hof - Ein Junge, fünfzehnjährig erst, will hoch hinaus, in jeder Hinsicht. Als musikalischem Wunderkind steht ihm eine Weltkarriere bevor. Erst einmal aber, im August 1879, strebt er einem Gipfel in den Alpen zu. Er erreicht ihn auch und bestaunt dort andächtig den Aufgang der Sonne; doch beim Weg zurück gerät er in ein Gewitter, dem er nur mit knapper Not entrinnt. "Riesige Tonmalereien und Schmarrn", so berichtet Richard Strauss, habe er anderntags am Klavier darüber improvisiert. 36 Jahre später, 1915, wird das kindliche Abenteuer in der "Alpensymphonie" hörbar: ein ausgewachsenes Monumentalgemälde in Tönen, von Kritikern leider lang als klangvoller Kokolores verkannt.