Hof Einkaufen im Dorf - um 2 Uhr morgens

Einkaufen rund um die Uhr: Das Start-up "Tag- und Nachtmarkt" bietet ein Modell, das auch im Kreis Hof funktionieren könnte. Foto: JU

Die Junge Union will, das man überall im Landkreis einkaufen kann. Ein Modell aus Thüringen zeigt, wie das laufen kann.

Hof - Altengottern ist ein unscheinbares Dorf mitten in Thüringen, um die 1000 Menschen leben dort. Der Bär steppt woanders. Doch im Ortskern sorgt ein Start-up für bundesweite Aufmerksamkeit, auch die Junge Union Hof-Land (JU) ist hellhörig geworden. Sie fuhr hin, um sich über den "digitalen Dorfladen" schlau zu machen. Seit es dort "Emma’s Tag- und Nachtmarkt" gibt, können die Einwohner einkaufen gehen - wann immer sie wollen.

Was Gründer Mario Demange nach Altengottern gestellt hat, das kann sich die JU bestens im eigenen Landkreis vorstellen. Die Nutzung des Marktes ist demnach simpel: Mit einer Karte gelangt man in den Vorraum des Dorfladens. Mit einem Pin-Code gelangt man anschließend in den voll digitalisierten Dorfladen. Dort können die Kunden einkaufen und den Laden nach selbstständiger Benutzung der Kasse wieder verlassen. "Die Nutzung ist kein Hexenwerk, vor dem sich weniger digital versierte Personen fürchten müssen", sagt Alexander Zink, Vorsitzender der JU im Hofer Land. Sensoren und Kameras erkennen die von den Kunden entnommenen Waren und schützen den Betreiber vor Diebstahl. Regelmäßig wird der Bestand im digitalen Dorfladen aufgefüllt. Das Warenwirtschaftssystem löst die Bestellung hierfür vollautomatisch aus. Durch die volle Digitalisierung gibt es im Laden kein Personal. "Natürlich wäre der persönliche Kontakt zum Kunden wünschenswert. Aber Fakt ist nun mal, dass sich ein solcher Dorfladen mit ständiger Besetzung nicht rechnet und deshalb immer mehr kleinere Kommunen ohne Laden auskommen müssen", sagt Zink.

Trotzdem sei es der JU wichtig, dass der digitale Markt nicht nur als Versorgungszentrum, sondern auch als Begegnungsstätte gedacht wird. So sollten aus Sicht der Jungkonservativen Sitzgelegenheiten und im besten Falle ein Café integriert werden. Und zwar im Landkreis Hof.

"Wir haben vor der Wahl gesagt, dass wir alte Probleme neu denken wollen. Mit einem solchen Projekt könnte man die Innenstadt kleinerer Kommunen revitalisieren und die Nahversorgung wesentlich verbessern oder wiederherstellen", sagt Zink. Nicht nur die Lebensmittelversorgung soll sichergestellt werden. "Die Betreiber in Altengottern integrieren am Markt neben Carsharing und einer Elektrotankstelle eine digitale Werbewand für die örtlichen Vereine sowie Leih-E-Bikes und -E-Scooter", berichtet Vanessa Wagner, JU Stadträtin in Rehau und Mitarbeiterin des digitalen Gründerzentrums.

Über einen wichtigen Aspekt berichtet Kreisrat Christian Barthold aus Schwarzenbach-Saale: "In die Auswahl des Marktes werden örtliche Metzger, Bäcker und Landwirte eingebunden. Die Regale können dort für einen günstigen Preis gemietet werden und so den Bedarf vor Ort abdecken. Uns ist sehr wichtig, dass wir bei der Nahversorgung auch immer an die Regionalität binden."

In der Frage, ob dies in der Region umsetzbar ist, zeigt sich Landrat Oliver Bär, der ebenfalls in Altengottern war, zuversichtlich. "Solche Projekte passen gut in die zukünftige Planung des Landkreises. Gerade bei unserem Förderprogramm ,Smart City’ wäre es denkbar, digitale Dorfläden aufzunehmen." Ihm, Bär, sei wichtig, dass die Bevölkerung am Ende des Programms einen konkreten Mehrwert hat. Das wäre bei diesen Projekten der Fall. Die Junge Union will nun im Kreistag einen Antrag einreichen, der diese Form des digitalen Ladens unterstützt.

Wie Alexander Zink auf Nachfrage der Frankenpost erklärt, will die JU das Konzept an Bürgermeister herantragen, deren Orte durch einen solchen Laden aufgewertet würden. Von Nutzen sei dabei "Smart City". Denn der Betreiber erwarte ein Grundstück und einen Betrag für seinen Service am Dorf, aus dem Smart-Programm könnte die Kommune entsprechendes Fördergeld abrufen.

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