Straffällige Ausländer: Wie stark sind in Hof Ausländer an Kriminalität beteiligt? Dieser Frage sind die Beamten der Polizeiinspektion genau nachgegangen. Das Ergebnis: 36 Prozent der 2757 aufgeklärten Straftaten wurden von Ausländern begangen - von solchen, die in Hof leben, von ausländischen Diebesbanden, die durchs Land ziehen, oder von anderen. Hof hat einen Ausländeranteil von elf Prozent. "Die meisten Fälle betreffen allerdings die Flüchtlinge direkt in den Unterkünften", erklärte Weich. Die Liste der ausländischen Straftäter, die in Hof leben, wird angeführt von Syrern (107 Fälle), Türken (82 Fälle), Afghanen (78) und Irakern (64). Ob diese Fallzahlen besonders hoch seien im Vergleich zu jenen deutscher Täter, diese Frage konnte Klaus Weich nicht beantworten - aber einordnen: "Man sagt ja, Kriminalität sei jung und männlich. Und gerade Flüchtlinge gehören zu einem großen Teil dieser Bevölkerungsgruppe an. Einen Vergleichswert für die deutschen Hofer haben wir nicht errechnet", betonte Weich. Mit jenen Zahlen vor Augen mahnte er zu einem sachlichen Umgang mit dem Thema Ausländer und Kriminalität.
"Es gab ja die wüstesten Szenarien, welche Übergriffe es auf badende Frauen im Sommer am See geben wird; damals hat die Polizei gesagt, man möge doch den Ball flach halten. Das hat sich alles nicht bewahrheitet", sagte Weich. Allerdings: "Man hat auch gesehen, dass nicht alle, die mit dem Flüchtlingsstrom kommen, aus einem Bürgerkriegsland stammen. Ziel der Behörden ist es, die wenigen Kriminellen unter den Zuwanderern herauszufiltern." Daher dürfe man mit Vorfällen auch nicht hinter dem Berg halten.
Reichsbürger: In Hochfranken leben etwa 50 Reichsbürger. Das teilte der Leiter der Kriminalpolizei Hof, Jürgen Schlee, den Hofer Stadträten mit. Die Polizei habe klare Klassifizierungsschritte und -merkmale, um die Bürger entsprechend einzuordnen. Und egal, ob es sich bei ihnen um sogenannte Reichsideologen handelt, die lediglich die Bundesrepublik nicht anerkennen, oder um Selbstversorger, die jegliche Autorität verneinen, hatte Schlee einen Rat für die Stadträte: "Fangen Sie nicht an, die Ansichten dieser Personen zu hinterfragen - diese Zeit können Sie sich sparen." Neben vergleichsweise lästigen Auswirkungen wie den regelmäßigen Versuchen von Reichsbürgern, im Passamt ihren Austritt aus der Bundesrepublik zu erklären, teile die Polizei die Betroffenen auch in ganz klare sicherheitsrelevante Kategorien ein, betonte Schlee. Sie seien in drei Prioritätsklassen eingruppiert - je nachdem, ob sie bereits polizeilich in Erscheinung getreten sind, ob sie Bescheinigungen für Waffen, Sprengstoff oder Kampfhunde hätten oder ob sie noch nicht auffällig geworden sind. Schlee: "Hier arbeiten Polizei, Verwaltung und Staatsschutz bisher gut zusammen."
Personalstärke: Was der Hofer Polizei fehlt, sind Mitarbeiter. 35 bis 40 Fehlstellen habe die PI derzeit - und daran werde sich realistisch gesehen auch nichts ändern, sagte Klaus Weich. Zwar halte der Innenminister Wort und stelle durchaus Beamte ein - doch landete ein Großteil von ihnen in neu geschaffenen Fachstellen. Für den regulären Dienst ergäbe sich daraus keine Verbesserung.