Hof - Bekannt wurde Gatlif mit Filmen wie "Vengo" (2000) oder "Exils" (2004), "Transylvania" (2006) und "Geronimo" (2014). Seine Filme handeln vom Leben der Sinti und Roma, ihrer Verfolgung und gesellschaftlichen Ausgrenzung. "Man sollte die Roma endlich in Ruhe lassen und ihnen die Möglichkeit geben, genug zum Leben zu verdienen, wie allen anderen Europäern auch, und man sollte mit den Vorurteilen aufhören", sagt Tony Gatlif.
Eine wichtige Rolle in seinen Filmen spielt auch die Musik, nicht nur der Rembetiko, sondern insbesondere die Gipsy Music, nicht zuletzt aufgrund seiner Herkunft. Tony Gatlif wurde 1948 in Algerien geboren, seine Mutter war Roma, sein Vater Kabyle, ein algerischer Berber. Beide Kulturen beeinflussen sein filmisches Schaffen bis heute und sind Triebkraft für seine Filme.
In den 1960er-Jahren ging Gatlif nach Frankreich, wo er bis heute lebt. Seine Filme wurden auf viele Festivals eingeladen, so auch nach Cannes, wo er für "Exils" 2004 den Preis für die beste Regie entgegennehmen konnte. 2011 wurde er mit dem Prix Henri-Langlois für Menschlichkeit und Engagement geehrt. 2016 erhielt er den Human Rights Film Festival Award in San Sebastian. In Hof präsentiert Tony Gatlif nicht nur die acht Filme umfassende Retrospektive, sondern auch sein neuestes Werk "Djam", zusammen mit der Hauptdarstellerin Daphne Patakia: Die junge Griechin Djam wird von ihrem Onkel nach Istanbul geschickt, um ein seltenes Ersatzteil für ein Boot zu besorgen. Dort trifft Djam auf die 19-jährige Französin Avril, die in die Türkei kam, um dort in der Flüchtlingshilfe zu arbeiten. Doch ohne Geld und Kontakte ist die junge Frau verloren. Die freche, freiheitsliebende, ebenso großzügige wie unberechenbare Djam nimmt sie unter ihre Fittiche, und so beginnt eine Reise voller Hoffnungen und wundervoller Begegnungen, mit großartiger Musik und Freude am Teilen. Der Streifen wird regulär Anfang 2018 in den Kinos zu sehen sein.
Hof Hofer Filmtage: Retrospektive mit Tony Gatlif
Redaktion 25.09.2017 - 22:06 Uhr