Hof Reichel wird Marketing-Chef

Ein echter Hofer: Nach 20 Jahren hauptsächlich in Konstanz nun wieder in der Heimat: Carsten Reichel, mit OB Eva Döhla. Foto: /cp

Carsten Reichel, gebürtiger Hofer mit 20 Jahren Marketing-Erfahrung in Konstanz und anderswo, wird Leiter des neuen Hofer Marketings. Damit einher geht eine wichtige strukturelle Veränderung.

Hof - Von nächster Woche Freitag an hat die Stadt Hof eine eigene Marketing-Stelle, und sie ist auch besetzt. Carsten Reichel, 50, hat sich unter mehr als 20 Bewerbern durchgesetzt: Der gebürtige Hofer zieht dafür nach 20 Jahren von seiner Wahlheimat Konstanz wieder zurück nach Hof. Hier warten zwei große Aufgaben auf ihn – Ordnung ins bisweilen unübersichtliche Geflecht der städtischen Vermarktungsinitiativen zu bringen und die Vorzüge ganz Hofs in den Vordergrund zu rücken. „Und hier findet er eine spannende Stelle, ein motiviertes Umfeld und ein vernetztes Team vor“, sagte Oberbürgermeisterin Eva Döhla am Mittwoch zur offiziellen Vorstellung Reichels. Mit der Stellenbesetzung hat sie eine von mehreren Baustellen in diesem Aufgabenbereich erfolgreich beendet.

Die Hof-Bewerbung soll künftig auf verschiedenen Säulen ruhen, die Arbeiten zur jeweiligen Definition von Aufgaben und Zuständigkeiten laufen seit Monaten:

Hof soll bekanntlich ein Citymanagement bekommen, die Analysephase läuft seit dem Frühjahr.

Das Stadtmarketing ist bislang ausschließlich über den dereinst eigens gegründeten Verein gelaufen, auch die bisherigen Geschäftsführerinnen sind (mit städtischen Zuschüssen) vom Verein bezahlt worden; künftig wird der Verein mit seiner einzigen verbliebenen Angestellten Ramona Herold nur eine der Säulen sein.

In der Wirtschaftsförderung liefen bislang alle verwaltungsinternen Fäden zusammen, sowohl was die Tourismusförderung betrifft, als auch die Punkte des Stadtmarketingvereins, die städtischer Mithilfe bedurften – also vieles von Budgetfragen bis Bauhofeinsatz. Auch die Wirtschaftsförderung soll künftig nur noch eine der Säulen darstellen.

Die neu geschaffene städtische Marketing-Stelle hat, wie berichtet, im März der Stadtrat beschlossen, die Ausschreibung ging im Sommer über die Bühne. „Wir hatten auch auf den Plätzen zwei und drei wirklich gute Bewerber, aber was Rang eins anbelangt, herrschte große Einmütigkeit“, betont Eva Döhla. Sie selbst wird als Oberbürgermeisterin das Dach über den verschiedenen Hofer Werbe-Säulen bilden: „Bei mir laufen die Fäden sowohl des Vereins als auch der vielen beteiligten städtischen Fachbereiche zusammen.“ Für Carsten Reichel derweil ist ein Teil seiner neuen Aufgabe schon ziemlich klar: „Viele Hofer wissen gar nicht, was sie hier alles Tolles haben, wie liebenswürdig und heimelig es hier ist; je mehr die Hofer selbst zu ihrer Stadt stehen, desto besser ist die Basis für eine Vermarktung.“

Sein Blick auf die Stadt ist einer der Gründe gewesen, aus denen er den Zuschlag bekommen hat: Reichel ist seit 20 Jahren weg aus Hof, hat aber den Kontakt hierher nie abreißen lassen (unter anderem durch seine Mitarbeit an den Filmtagen). „So erkennt er eine Sache, die uns ganz selbstverständlich erscheint, als das, was sie ist: ein Benefit“, sagt Jürgen Stader aus dem Hauptamt. Beispiel Brötchentaste: „Dass man 30 Minuten kostenlos parken kann, würde es in Konstanz nie und nimmer geben“, sagt Reichel. Beispiel Volksfest: „Das Fest hat sich auch deshalb zum Aushängeschild entwickelt, weil die Hofer dazu stehen.“

Das fürs gesamte Stadtgebiet zu erreichen, nicht nur für die Innenstadt, ist nun sein Ziel und seine Aufgabe. Vorteil der Strukturänderung: Er ist Teil der Verwaltung, über die vieles läuft, und ist nicht zwingend an alle wirtschaftliche Zwänge gebunden. Nachteil: Noch gibt es kein fest definiertes Budget über die ohnehin anstehenden Aufgaben hinaus. Über alles weitere entscheidet der Stadtrat in den nächsten Haushaltsberatungen.

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