Noch am Mittwoch waren die beiden aufstrebenden kanadischen Heavy-Metal-Bands Riot City und Traveler offenbar fest davon überzeugt, am Donnerstag mit ihren Fans eine unvergessliche Nacht im Hofer Wiesla Rock Club zu verbringen. Die Performance im Hof finde statt wie geplant, ließen die Musiker von Riot City über Facebook verlauten. Etwa zehn Stunden später, nachdem US-Präsident Donald Trump ein 30-tägiges Einreiseverbot für Europäer erlassen hatte, sah alles anders aus. Da am Dienstag und Mittwoch bereits die zwei polnischen Konzerte auf dem Tourneeplan ausgefallen waren, weilten die Bands schon seit Dienstag im Vogtland. Veranstalter Erwin Särve von „Metal im Vogtland“, auf dessen Einladung die Gruppen in der Saalestadt hätten auftreten sollen, verschaffte dem Tour-Tross eine Unterkunft in der Jugendherberge in Plauen. Wohl aus Angst, Kanada könnte ebenfalls einen Reisebann verhängen, entschlossen sich die Metaller jedoch am Donnerstagmorgen – und damit nur Stunden vor ihrer Hofer Show - spontan dazu, den Rest ihrer Tour abzusagen und so schnell wie möglich nach Hause zu ihren Familien zurückzukehren. Eines Tages möchte Riot City einen neuen Konzerttermin für Hof finden. Auch die Band Traveler verspricht auf Facebook, nach Europa zurückzukehren, sobald sich die Lage beruhigt hat. „Für eine kleine Stadt wie Hof ist es nicht selbstverständlich, solche Top Acts zu bekommen. Wir haben alles versucht, diesen Abend unvergesslich zu machen, aber es hat nicht sollen sein“, teilt Veranstalter Särve über die Facebook-Seite des Wiesla Rock Clubs mit. „Besonders leid tut es uns natürlich für die Gäste, die bereits lange Anfahrtswege auf sich genommen haben, um mit uns zu feiern.“