Hof/Wunsiedel - "Was in den letzten Jahren passiert ist, darf nicht so weitergehen", sagt Michaela Kaniber. Seit sechs Wochen ist sie Bayerns Agrarministerin. Zu ihren wichtigsten Aufgaben gehört es momentan, die Stimmung im Land einzufangen. Und die ist schlecht - zumindest in großen Teilen der Landwirtschaft. Zu viel Bürokratie, zu wenig Unterstützung aus der Politik, ein zu schlechtes Image: Wenn die Landwirte berichten, wie es ihnen geht, genügen manchmal derartige Allgemeinplätze, um ihre Existenzängste auszudrücken. Dabei äußern die 30 hochfränkischen Bauern, die sich am Mittwochnachmittag im Schützenhaus Jägersruh mit der Ministerin treffen, auch ganz viele ganz konkrete Probleme. In dem zweistündigen Gespräch zeigt sich damit nicht nur, wo es hakt in der Landwirtschaft im Land, sondern auch, aus welchem Holz die Ministerin geschnitzt ist. Denn selbst, wenn einer der Bauern von den sonst so differenzierten Problemanalysen abrutscht und in allgemeines Gemoser verfällt, fängt er sich keine Schelte von Michaela Kaniber ein, sondern erhält einen mütterlichen Ratschlag.
Hof/Wunsiedel Ministerin hört Hilferufe der Bauern
Christoph Plass 12.05.2018 - 00:00 Uhr