Yoga, Achtsamkeitstraining, Hot-stone-Massagen und Meditation sind angesagt, der gestresste Körper freut sich auf Wellness. Nun liegt es in der Natur der Schöpfung, dass die weibliche Kreatur neuen Trends gegenüber aufgeschlossener und offener gegenübersteht als ihr männliches Pendant und sich voller Freude in Experimente zur Entspannung stürzt. So beobachtet die Autorin dieses Beitrags schon seit Längerem sich fast täglich wiederholende Szenen in ihrer näheren Umgebung: Frau stürzt erschöpft von der Arbeit nach Hause, rafft Sporttasche mit Kuschelsocken, Decke und gemütlicher Kleidung an sich und stürmt zum Yoga. Kaum ist die Stunde der inneren Einkehr mit viel Dehnung vorüber, muss der beanspruchte Muskelapparat mit Öl und Duft wohltuend durchgeknetet werden. So vergehen die Abende, Yoga wechselt ab mit progressiver Muskelentspannung, die Aromaöl-Massage wird ersetzt durch das Bearbeiten der Fußreflexzonen. Nur die Freundinnen bleiben gleich. Und noch ein Bild, das sich der aufmerksamen Beobachterin tief eingeprägt hat: jenes der besseren Hälfte der wellnessenden Dame. Das männliche Lebewesen sitzt in Abwesenheit der Göttergattin genüsslich mit einem Schöppchen Wein und Kopfhörern auf dem Balkon, lässt die Füße wippen und summt glücklich vor sich hin. Wer von beiden nun kurz vor dem Schlafengehen entspannter aussieht, möchte die Autorin ganz der Fantasie des Lesers überlassen.
Hof Zu viel des Guten
Maja Engelhardt 14.06.2017 - 19:06 Uhr