Wirklich berühmt war er nicht. Aber berüchtigt auf jeden Fall. Bei den Hofer Filmtagen fand der Filmregisseur und Drehbuchautor Roland Reber ein künstlerisches Zuhause. Seit 2005 erlebten sechs Filme von ihm hier ihre Weltpremiere. In diesem Jahr, kurz nach seinem Tod im Alter von 68 Jahren, wird ihm und seinem Kollektiv, dem hauptsächlich Frauen angehörten, eine Hommage gewidmet. Als die Filmtage-Leitung dies ankündigte, fand sich in ihrer Pressemitteilung der Hinweis, Reber habe einst „am Stadttheater Hof inszeniert“. Das stimmt so nicht. Aber wahr ist, dass er eine „Hofer Vergangenheit“ hat, und auf Seite 75 im Filmtage-Katalog steht nun, wie’s wirklich war: Mit einem Zweipersonenstück eröffnete er im Oktober 1986 in der Freiheitshalle das Festival „Hofer Herbst“. Ich war dabei und habe für diese Zeitung darüber berichtet. Das Stück hieß „Allsam“, im Titelwort verbanden sich „allein“ und „einsam“. Gespielt wurden Szenen einer Ehe, in der nur „Befriedung durch Geilheit“ blieb. Das „Ich liebe dich“ wurde von Schritten und Tritten begleitet; und bald floss Blut.