Hohenberg Sanierung statt Abriss

Das Geld, das die Stadt Hohenberg nicht für das ehemalige Rußwurm-Anwesen ausgeben muss, kann sie an anderer Stelle einsetzen. Foto: /Florian Miedl

Die Stadt Hohenberg ist bei einer Zwangsversteigerung nicht zum Zug gekommen. Das könnte sich in doppelter Hinsicht als Glücksfall herausstellen.

Hohenberg - Kein Schaden ohne Nutzen: Zwar hat die Stadt Hohenberg ein Vorhaben nicht wie geplant umsetzen können, dafür kann sie das dabei gesparte Geld an anderer Stelle einsetzen.

Wie Bürgermeister Jürgen Hoffmann in der Stadtratssitzung am Montag erklärte, ist der Plan der Stadt, das Anwesen Selber Straße 26 zu erwerben, abzureißen und anschließend den Platz zu gestalten, gescheitert. Das Anwesen stand zur Zwangsversteigerung, „doch leider hat unser Budget dafür nicht gereicht“, sagte Hoffmann. Anders ausgedrückt: Die Stadt Hohenberg wurde überboten. Den Verkehrswert des ehemaligen Anwesens „Rußwurm“ hatte das Amtsgericht Hof auf 27 500 Euro festgesetzt. Bei welcher Summe der Zuschlag erfolgte, sagte Hoffmann aber nicht. Laut Bürgermeister Hoffmann kommt der Ersteigerer des Anwesens aus Selb. Er plane, Garagen und Scheune abzureißen sowie das Wohnhaus und den ehemaligen Verkaufsraum zu sanieren. So war Jürgen Hoffmann dann doch guter Dinge, dass ein weiterer Schandfleck in der Selber Straße verschwinden wird. Der zweite positive Aspekt: Die Stadt hatte Erwerb, Abbruch und Platzgestaltung bei der Förderoffensive Nordostbayern angemeldet und einen Förderbescheid über 226 250 Euro erhalten. Das Geld darf nun für die Sanierung des ehemaligen Rathauses, Selber Straße 14, verwendet werden. „Die mündliche Zusage der Regierung haben wir schon“, sagte Hoffmann. „Das Geld können wir brauchen. Wir haben da Preissteigerungen, die schreiben sich ,von’“.

Förderung privater Maßnahmen erwünscht

Außerdem haben die Rätinnen und Räte die Bedarfsmitteilung für die Städtebauförderung 2022 beschlossen. Einziges Projekt ist die Sanierung der Selber Straße 14; das Volumen beträgt 1,1 Millionen Euro. Weiter hat die Stadt für die Jahre 2022 bis 2025 jeweils 50 000 Euro für das Kommunale Förderprogramm angemeldet. Hohenberg hatte lange um Mittel zur Förderung privater Maßnahmen gekämpft, sagte Jürgen Hoffmann. „Damit würden wir gerne weitermachen.“

Einstimmig hat sich der Hohenberger Stadtrat für die Fortführung der Brückenallianz Bayern-Böhmen ausgesprochen. Mit Fortsetzung der interkommunalen Zusammenarbeit wird ein neues Integriertes Ländliches Entwicklungsprojekt (ILEK) erstellt. Die Kosten dafür betragen zwischen 40 000 und 55 000 Euro, werden aber vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Oberfranken mit 75 Prozent, maximal 35 000 Euro gefördert. „Würden wir die Brückenallianz nicht fortsetzen, würden wir viele Fördermöglichkeiten vergeben“, sagte stellvertretender Bürgermeister Hans-Jürgen Wohlrab.

Per Beschluss hat die Stadt die Einbeziehungssatzung „Am Raithenbacher Weg“ erweitert. Nötig wurde das, weil in dem Areal ein Einfamilienhaus gebaut werden soll. Der Einwand des Landratsamtes, die Baufläche an der Südseite zu begrünen, wurde in den Satzungsentwurf aufgenommen. Außerdem wurden sie in Lageplan und Satzung unterschiedlich dargestellten Nutzungen angepasst.

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