In Schönwald Weihnachtsbeleuchtung wie immer

Gerald Lippert
35 Zuhörer kamen zur Bürgerversammlung in Schönwald. Foto: Gerald Lippert

Bei der Bürgerversammlung in Schönwald gibt Bürgermeister Klaus Jaschke einen detaillierten Bericht. Knapp ein Prozent der Bevölkerung hört interessiert zu.

35 Personen und somit nur knapp ein Prozent der Bevölkerung hatten sich zur Bürgerversammlung im Turnerheimsaal eingefunden. Darunter begrüßte Bürgermeister Klaus Jaschke den stellvertretenden Landrat Wolfgang Kreil, zwölf Stadträte oder Vertreter der Verwaltung sowie zwei Mitglieder des Seniorenbeirats. In seinem detaillierten Vortrag, der rund 70 Folien umfasste, berichtete Jaschke über die wesentlichen Themen in der Porzellanstadt.

„Nach einem Einbruch im letzten Jahr ist die Bevölkerung wieder gestiegen“. Aktuell hätten 3265 Bürger ihren Hauptwohnsitz in Schönwald (2021 waren es 3195). Einen wesentlichen Anteil daran, so Jaschke, hätte die Registrierung der ukrainischen Mitbürger. 151 Abgängen, einschließlich Sterbefällen, ständen somit 221 Zugänge gegenüber, und zwölf Geburten konnten die 37 Sterbefälle (2021: 70) auch in diesem Jahr nicht ausgleichen.

„Erfreulich hohe“ Einnahmen

Bei der finanziellen Situation der Stadt belegte der Bürgermeister, dass der Haushalt 11,5 Millionen Euro umfasse, davon 2,8 Millionen im Vermögenshaushalt (2021: 3,9 Millionen) und 8,7 Millionen im Verwaltungshaushalt. Als „erfreulich hoch“ bezifferte Jaschke die Einnahmen (Steuern, Zuweisungen, Umlagen) mit 4,5 Millionen Euro. „Dieser Trend könnte ruhig so weiter gehen.“ Die konstanten Ausgaben für Umlagen betrugen 1,6 Millionen.

„Investitionen gehören zu den Pflichtaufgaben der Stadt“, bilanzierte Jaschke den Schuldenstand von derzeit 3,0 Millionen Euro (3,4 Millionen im Jahr 2021). Seit 2013 habe Schönwald acht Stabilisierungshilfen erhalten. Während sie bis 2017 zur Schuldentilgung (8,3 Millionen) eingesetzt wurden, habe man die Hilfen 2019 (0,3 Millionen), 2020 (0,6 Millionen) und auch die diesjährige Zuweisung in Höhe von 0,8 Millionen für Investitionen verwendet. Die Pro-Kopf-Verschuldung in Schönwald sei dadurch auf 923 Euro (2021: 1052 Euro) gesunken. „Das niedrige Zinsniveau hat uns dabei geholfen, die Zahlungen für Zinsen und Tilgungen zu reduzieren“, belegte Jaschke mit einem Gesamtaufkommen von 455 000 Euro (2021: 495 000 Euro).

Dank an die Verwaltung

Zur Personalsituation im Rathaus erläuterte der Bürgermeister, dass der geschäftsleitende Beamte seit Oktober 2019 wegen einer Erkrankung bis August nicht zur Verfügung gestanden habe. Die Stelle mit der Leitung der allgemeinen Verwaltung konnte erst ab diesem Zeitpunkt intern wieder besetzt werden. Die geschäftsführende Leitung übernahm die bisherige Kämmerin Tina Pinkert und mit Kevin Hoffmann, der in die Leitung der Kämmerei eingearbeitet wird, erfolgte eine Neueinstellung. „Wenn ein Mitarbeiter so lange ausfällt, müssen die Arbeiten von den anderen mit übernommen werden“, verdeutlichte Jaschke mit einem Organigramm und dankte den Mitarbeitern der Verwaltung für ihr Engagement.

Bei der Organisation im Rathaus lag der Schwerpunkt auf der Digitalisierung, die zur Verbesserung des Onlinezugangs zu Verwaltungsleistungen und zum Outsourcing von Anwendungen führte. Die gedruckten Informationen im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit werden durch eine neue Ansichtskarte der Stadt, die bei der Versammlung auslag, ergänzt. Auch sei eine Neuauflage des Stadtplans in Arbeit.

Gutes Jugendangebot

Nach Problemen mit Vandalismus am Jugendcontainer gebe es nun mit Hilfe der Betreuung durch ehrenamtliche Unterstützung von Nicole und Reinhard Fischer ein „tolles Angebot“, freute sich Jaschke. Die Aktion mit dem Juku-Mobil und einem Künstler zur Farbgestaltung habe nicht nur optisch zur Aufwertung der Einrichtung beigetragen. Zusätzlich bringe der Einbau einer Videoüberwachung, auch beim Zugang der öffentlichen WC-Anlage, für 5500 Euro ein Stück Sicherheit. „Nach Rücksprache mit dem Landratsamt hat für Schönwald ein Jugendbeirat keine sinnvolle Funktion“, so Jaschke. Stattdessen wolle man eine Gruppe Interessierter finden, um neue Dynamik in die Jugendarbeit zu bringen.

Dem Entzug der Betriebserlaubnis des Diakonievereins für den evangelischen Kindergarten durch das Landratsamt Ende Juli erfolgte nach intensiven Gesprächen ein Trägerwechsel, so dass dieser im September mit 72 Plätzen durch das Evangelische Jugend- und Fürsorgewerk (EJF) wieder eröffnet werden konnte. „Das hat uns in der Verwaltung sehr beschäftigt. Ich bin froh, dass dies so gelungen ist.“ Coronabedingt verzögert erfolgte die Wahl des Seniorenbeirates, dem Klaus Gebhardt (Vorsitzender), Helmut Burghardt, Hartmut Kindt und Gerhard Weiß sowie sechs berufene Mitglieder verschiedener Institutionen angehören.

Solartechnik ein spannendes Thema

Hubert Sonntag ist seit Dezember neuer Mitarbeiter im Bauhof und ergänzt in der Freibadsaison das Team. Aktuell werde im Bauhof das Büro saniert. Neben der Erneuerung des Fußgängerüberweges in der Schulstraße werde im Bereich des Gehweges am Bahnhofspark mit einem Lampenmast die Solartechnik getestet. Zwei weitere Masten sollen an anderen Standorten erprobt werden. „Die Solartechnik ist bei der Straßenbeleuchtung ein spannendes Thema. Zwar sind die Kosten bei der Anschaffung der Masten höher, aber es müssen keine Erdkabel ausgelegt werden, was beim zukünftigen Straßenbau oder -ausbau überlegt werden muss“, so Jaschke.

„Die Weihnachtsbeleuchtung und den Weihnachtsbaum wird es auch heuer in Schönwald geben“, versicherte der Bürgermeister. „Die Stimmung sollten wir uns nicht nehmen lassen.“ Durch eine neue Verkabelung und neue Girlanden konnten die vorhandenen Träger verwendet werden, so dass die Beleuchtung mit LED-Lampen in Wechselschaltung mit der Straßenbeleuchtung energiesparend ausgerichtet sei.

 

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