In Wunsiedel Zirkus zieht Jung und Alt in seinen Bann

Am Donnerstag hat der Zirkus „Renado“ seine erste Vorstellung in Wunsiedel gegeben. Das Interesse an den Kunststücken und Dressuren ist ungebrochen .

Wunsiedel - Akrobaten, Clowns und springende Lamas: Damit lockt der Familienzirkus „Renado“ aktuell sein Publikum in Wunsiedel an. Mit seiner ersten Aufführung am Donnerstagnachmittag sorgte der Zirkus für viel Gelächter, aber auch Verblüffung. Nach der Corona-Zwangspause waren die kleinen und großen Besucher sichtlich erfreut über die Möglichkeit, sich wieder unterhalten zu lassen.

Der Jongleur mit Messern und Feuerkeulen

Während Jordan, der Jongleur, mit Messern und Feuerkeulen jongliert, fragt ein kleines Mädchen seine Mutter erstaunt: „Wie kann er das mit echtem Feuer und ohne sich zu verletzen?“ Auch die Tiere bringen dem jungen Publikum viel Freude: Sei es der Araberhengst, der auf seinen Hinterbeinen laufen kann; das Riesenpferd „Goliath“, ein Pony, welches für seine Kunststücke auf dem Podest bekannt ist; oder das über Hindernisse springende Lama „Caesar“.

Viel Gelächter garantieren auch der Clown „Spaghetti“ und sein Gefährte. Der Versuch, einen Kuscheltierhund durch einen Reifen springen zu lassen, kommt bei den Kindern besonders gut an – denn jeder weiß natürlich, dass man Plüschtiere nicht dressieren kann. Bei vielen Stücken versuchen die Clowns, auch die Zuschauer einzubeziehen. Ein Opa aus dem Publikum musste beispielsweise für „Spaghettis“ Wurfübung herhalten. Der Clown versucht dabei den Mund des Mannes mit Popcorn zu treffen – was nicht immer klappt und mit einem kleinen Malheur endet.

Besonders atemberaubend sind die Kunststücke der Artisten. Handstände, Räder, Hoolahoop-Dancing, Seilspringen und Brücken auf verschiedenen Objekten bringen das junge Publikum zum Staunen: „Wie machen die das?“ oder „Ich will das auch können“, hört man einige Kinder flüstern.

Der Auftritt des Messerwerfers

Ein Höhepunkt der Show ist der Auftritt des Messerwerfers. Auch dabei wird eine Zuschauerin ausgewählt und aufgefordert, sich an die Wand zu stellen, die der Messerwerfer treffen will. Das Unbehagen sah man der Auserwählten anfangs schon etwas an, doch natürlich ging alles gut aus.

Im Anschluss an die Show verrät Tanja Kübler von der Zirkusleitung unserer Zeitung einige Details über die Vorstellung und wie der Zirkus die Corona-Zeit überstanden hat. So hätten sich die Artisten während des Lockdowns viele neue Nummern einfallen lassen. Aber natürlich sei die Coronazeit für die Künstler alles andere als einfach gewesen: „Corona ist das Schlimmste, was uns je passiert ist. Wir mussten in der Zeit, in der wir keine Vorstellungen geben durften, von der Grundsicherung leben. Das ist für jemanden, der seinen Lebensunterhalt immer selbst bestritten hat, eine Katastrophe!“

20 Tiere

Daneben musste die achtköpfige Zirkusfamilie noch rund 20 Tiere verpflegen. „Die Kinder haben Landwirten bei der Arbeit geholfen und im Gegenzug Futter für unsere Tiere bekommen. Auch über anderweitige Futterspenden waren wir sehr dankbar“, sagt Tanja Kübler. Das Wohl der Tiere hat laut Kübler höchsten Stellenwert in ihrem Zirkus: „Die Pferde und Lamas können sich den ganzen Tag frei auf der Weide bewegen und ihr Leben genießen.“

Seit Ende Juli darf der Zirkus dem Publikum wieder seine Kunststücke zeigen. Obwohl laut Tanja Kübler statt 400 Personen nur 100 Leute in das Zelt dürfen, ist sie sehr dankbar, ihrer gewohnten Arbeit wieder nachgehen zu dürfen: „Ich wusste gar nicht, dass unser Leben so schön ist!“ Die Zirkusleiterin merkt aber auch, dass das Publikum eine fröhlichere Ausstrahlung hat als vor der Pandemie: „Manche Leute sehen unseren Zirkus als einziges Jahreshighlight. Das bedeutet uns sehr viel!“

 

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