Mit dem Frühlingsfest der Volksmusik gastieren Sie am 22. Februar 2007 in Hof. Worauf dürfen wir uns freuen?
Auf ein unterhaltsames und spannendes Programm mit vielen tollen Stars. Die Geschwister Hofmann werden mit vielen verschiedenen Kostümen die Zuschauer begeistern, die Wildecker Herzbuben werden in den unterschiedlichsten Rollen für Spaß und Unterhaltung sorgen, Gitti und Erika werden ihre Kulthits präsentieren, aber auch ganz junge Burschen aus Berlin und Köln werden dabei sein, die Zipfelbuben, quasi die Boygroup der Volksmusik. Mit ihren Hits haben sie im letzten Jahr die internationalen Charts aufgemischt. Und apropos international: Winnetou-Legende Pierre Brice wird mit uns zum ersten Mal auf Deutschland gehen, Dallas-Star Audrey Landers wird gemeinsam mit ihrem Sohn Daniel Musical-Melodien präsentieren. Und dann haben wir noch das 40. Bühnenjubiläum von Karel Gott, der alle seine großen Hits mitbringt. Wir werden das Deutsche Fernsehballett des MDR tanzen sehen und ich werde natürlich auch singen, tanzen, musizieren, schauspielern, parodieren. Alles kombiniert mit einem großartigen Live-Orchester, wir werden jeden Ton live singen und live spielen, es wird kein Playback geben! Darauf freuen wir uns schon alle.
Ist es für Sie eine besondere Ehre, solche Gäste zu begrüßen?
Ja, natürlich ist es immer toll, wenn internationale und so erfahrene Gäste mit dabei sind. Aber ich freue mich über jeden, der mit uns gemeinsam versucht, dem Publikum einen schönen Abend zu bereiten. Denn das ist ja unser Ziel. Wir wollen nicht gegeneinander in Nummern-Programmen auftreten, sondern miteinander ein großes Fest mit dem Publikum feiern. Wenn die Zuschauer am Ende rausgehen und sagen, dass jeder sein Bestes gegeben habe, und sie einen schönen Abend erlebt haben, dann bin ich zufrieden mit meiner Arbeit. Ich erwarte sowohl von meinen Gästen also auch von meinem Team, dass alle mit 150-prozentiger Leistung dabei sind.
Wenn Sie die freie Wahl hätten wen würden Sie gerne mal in Ihre Show einladen?
Es kommt immer darauf an, wie der Künstler auftritt und wie er vor allem der Show gegenübersteht. Es gibt ganz große Weltstars, die aber mittlerweile lustlos geworden sind. Ich sehe das auch manchmal, wenn ich bei Wetten, dass... dem Thomas zugucke, da gibt es tolle Gesprächspartner, aber auch Weltstars, die eigentlich langweilig sind. Natürlich würde ich bei einem Bryan Adams, Phil Collins oder Tom Cruise nicht Nein sagen, wenn die mal bei mir auftreten möchten; wenn die aber nur zwei Sätze über ihren Film sprechen, dann schon wieder aufstehen und weiterreisen müssen, interessieren die mich weniger, als wenn die Zipfelbuben mit 100-prozentiger Überzeugung und Leistung einfach Emotionen zeigen. Denn das ist das, was zählt! Oder wenn Audrey Landers sagt, dass sie mit uns auf Tour gehen will. Das ist toll! Und nur so kann man auch Emotionen beim Publikum erzeugen, kann versuchen, dass die Leute lachen, feiern oder dass sie vielleicht auch mal eine Träne verlieren. Das wollen wir gemeinsam erreichen.
Wie würden Sie jemandem die Faszination Volksmusik erklären?
Ich finde es faszinierend, wenn Melodien über viele Jahre die Leute begeistern können. Wenn ich zum Beispiel auf dem Oktoberfest bin und dann Massen Anton aus Tirol oder Sierra Madre mitsingen, dann ist das absolut faszinierend. Mir gefällt es, dass das ein großes Miteinander ist. Das will ich auch versuchen, in die Freiheitshalle Hof zu zaubern.
Sind Sie eigentlich noch nervös vor einem Auftritt?
Natürlich, sehr sogar. Nervosität gehört dazu, wenn die mal nicht mehr da ist, dann sollte man lieber gar nicht mehr auf die Bühne gehen.
Lassen Sie uns doch mal einen Blick hinter die Kulissen werfen. Herrscht dort wirklich diese kleine, heile Welt?
Es ist nicht immer nur heile Welt im Leben, aber gerade auf einer Tournee ist es sehr wichtig, dass man sich gut versteht. Wer mich kennt, der weiß, dass ich mit meinen doch noch jungen Jahren hinter der Bühne für Gerechtigkeit sorge, dass ich aber auch mahne, damit sich alle ein bisschen besinnen. Gerade wenn man 50 Tage zusammen unterwegs ist, muss man Kompromisse eingehen können das erwarte ich von mir selbst, aber auch von allen anderen. Deshalb war es die letzten beiden Jahre wirklich wie eine kleine Familie, die auf Reisen war. Das gibt es sehr selten. Wir sitzen abends gemeinsam an der Bar und gehen früh zusammen joggen teilweise 30 Leute! Man muss miteinander schon gut umgehen, fair umgehen, natürlich gibts auch mal einen lauten Ton, das ist ja ganz normal. Was ich wichtig finde: 100-prozentige Leistung am Abend, dann kann man danach auch mal ein Bier oder einen Wein trinken gehen aber am nächsten Tag muss man wieder fit sein.
Gewähren Sie uns doch mal einen Einblick in Ihre private Plattensammlung. Findet sich dort auch nur Volksmusik?
Volksmusik in dem Sinne, dass ich bei den Melodien mitsingen kann. Bei mir stehen die unterschiedlichsten CDs im Regal, 80 Prozent davon sind deutschsprachig. Was aber nicht bedeutet, dass das alles Humpa-Tätärä ist da geht es los mit Pur bis Rainhard Fendrich. Austria-Pop mag ich sehr, sehr gerne. Aber auch Bon Jovi ist vertreten, Bryan Adams, Phil Collins, das sind große Künstler, die ich einfach schätze. Ich stehe auf handgemachte Musik da gibt es für mich nur gute und schlechte Musik. Ich höre gerne gute und mache auch gerne gute.
Keine Spur von RocknRoll?
AC/DC oder Nirvana höre ich auch gerne, habe ich auch, oder Die Toten Hosen. Ich machs immer so: Wenn ich traurig bin, dann will ich auch richtig traurige Balladen hören, damit ich richtig weinen kann. Wenn ich fröhlich bin, dann höre ich Sachen wie Its my life, bei denen ich richtig Gas geben kann.
Man kennt Sie ja mit diesem Dauer-Gute-Laune-Lächeln. Was machen Sie denn, wenn Ihnen mal so gar nicht zum Lachen zumute ist?
Es gibt bei mir wirklich fast keinen Tag, an dem ich nicht lache. Ich bin schon immer ein sehr optimistischer Mensch, der positiv in die Zukunft schaut, wenn irgendwas nicht so toll läuft, dann versuche ich, wenigstens irgendwo etwas Positives rauszuziehen. Diese Gabe habe ich einfach, vielleicht habe ich sie auch von meiner Mami geerbt. Es gab auch Momente in meinem Leben, in denen ich sehr geschockt war, weil nicht alles Rosa war. Zum Beispiel, als drei Wochen vor meiner ersten Show meine Mami einen schweren Autounfall hatte und man nicht wusste, ob sie irgendwann wieder laufen kann. Trotzdem habe ich an diesem Tag positiv gedacht und tatsächlich ist sie, drei Monate später, bei meiner zweiter Show in der ersten Reihe gesessen. Ich bin wirklich einer, der immer positiv denkt und so komme ich gut durchs Leben. So ein bisserl positive Energie schadet uns allen nicht!
Apropos Leben: Sie haben ja eine Bilderbuchkarriere hingelegt. Ging damit für Sie ein Lebenstraum in Erfüllung?
Meine Karriere empfinde ich gar nicht so bilderbuchmäßig. Ich habe immer so Höhen und Tiefen erlebt, natürlich waren die letzten drei Jahre enorme Höhen. Das war schon ein Traum. Man wünscht sich, einmal eine Show zu moderieren, wenn es dann auch noch der Samstagabend ist und die erfolgreichste Musikshow im deutschen Fernsehen, ist das toll und auch irgendwo ein Traum. Trotz alledem bin ich ein sehr harter Arbeiter und immer Realist; ich weiß, dass es jetzt umso schwieriger ist, sich da oben zu platzieren. Deshalb arbeite ich weiterhin sehr, sehr hart und schaue, dass dieser Traum Wirklichkeit bleibt und wir weiterhin dem Publikum schöne Shows liefern können.
Gibt es für diese harte Arbeit ein großes Vorbild?
Es gibt ein paar Menschen, die ich sehr beeindruckend finde. Peter Alexander zum Beispiel, der über Jahrzehnte ohne große Skandale seine Karriere wirklich wie im Bilderbuch geführt hat. Was mir aber wieder neue Kraft gibt, ist, dass ich mit einem fantastischen Team arbeiten darf. Mein Manager Michael Jürgens ist gleichzeitig ein sehr guter Freund, mit dem ich viel Zeit verbringe. So bauen wir uns oft gegenseitig auf und pushen uns.
Wie würden Sie denn Ihren Beruf beschreiben Musiker, Entertainer oder einfach Traum aller Schwiegermütter?
Traum aller Schwiegermütter zu sein, finde ich wunderschön, aber ich würde sagen: Showmaster. Da steckt drin, dass man singen soll, tanzen, schauspielern, dass man aber auch parodieren muss. Die verschiedensten Facetten sind in diesem Beruf vertreten auch, wenn es den Showmaster in Deutschland nicht mehr so oft gibt. Aber ich bin stolz, dass ich in diese Sparte einsteigen kann. Das will ich auch noch viele Jahre machen. Wenn mich dabei die Schwiegermütter gut finden und vielleicht noch die ein oder andere Tochter, dann finde ich das sehr schön.
INTERVIEW: SANDRA LESSNER
TICKET-SERVICE
Karten für das Frühlingsfest der Volksmusik mit Florian Silbereisen, den Geschwistern Hofmann, Pierre Brice, Audrey Landers, den Wildecker Herzbuben und vielen mehr präsentiert die Frankenpost am 22. Februar 2007 ab 20 Uhr in der Hofer Freiheitshalle. Karten gibt es im Ticketshop unserer Zeitung, Telefon 09281/816-228.