Kida Khodr Ramadan Ohne Erlaubnis am Steuer - „4 Blocks“-Star zu Haftstrafe verurteilt

red/
Kida Khodr Ramadan ist zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Trotz einer Verurteilung wird Kida Khodr Ramadan erneut als Autofahrer erwischt. Er nennt menschliche Gründe und hofft auf Bewährung. Dafür sieht das Gericht keine Chance

 
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Der „4 Blocks“-Star Kida Khodr Ramadan ist wegen erneuten Fahrens ohne Fahrerlaubnis in vier Fällen zu zehn Monaten Haft verurteilt worden. Der 47-Jährige trug Sonnenbrille und schien gelassen, als er am Mittwoch auf den Gerichtssaal zuging. Doch nach dem Prozess zwängte er sich kommentarlos und angespannt an den Kameras und Journalisten im engen Flur des Berliner Amtsgerichts Tiergarten vorbei. Die Strafe könne nicht zur Bewährung ausgesetzt werden, weil Ramadan bei den erneuten Taten bereits einschlägig vorbestraft gewesen sei und unter Bewährung gestanden habe, erklärte Richter Frank Triebeneck. „Eine günstige Sozialprognose kann ich nicht stellen, es bedarf der Vollstreckung.“ Zudem verhängte das Gericht eine Führerscheinsperre für ein Jahr.

Bereits 2022 Verurteilung als Verkehrssünder

Ramadan war bereits im Februar 2022 als Verkehrssünder verurteilt worden. Es ging damals um 33 Fälle, in denen er ohne Fahrerlaubnis am Steuer erwischt worden war. Auch damals wurde er zu zehn Monaten Haft verurteilt - allerdings zunächst auf Bewährung. Diese wurde später aber widerrufen, sodass der Schauspieler ins Gefängnis soll. Die Ladung dafür hatte die Staatsanwaltschaft Berlin auch bereits auf den Weg gebracht. Doch Ramadans neuer Verteidiger hat einen Strafaufschub und eine nachträgliche Anhörung beantragt, um sich gegen den Widerruf der Bewährung zu wehren. Darüber hat das Amtsgericht aber bislang nicht entschieden.

Auch die neue Verurteilung will Ramadan nicht akzeptieren. „Wir werden in Berufung gehen“, kündigte sein Anwalt Kai Walden nach dem Prozess an. Kernpunkt werde die Frage der Sozialprognose sein, so der Verteidiger. Sein Mandant habe in seinem Geständnis „menschlich nachvollziehbare Motive“ vorgetragen. Walden hatte eine Bewährungsstrafe beantragt. Die Staatsanwaltschaft forderte eine Gesamtfreiheitsstrafe von 14 Monaten Haft ohne Bewährung.

Ramadan spielte in „4 Blocks“ das Oberhaupt eines kriminellen arabischstämmigen Clans in Berlin-Neukölln, das sich mit Mord, Gewalt, Drogendeals, anderen Gangstern und den Fahndern vom LKA auseinandersetzen muss. Die mehrfach ausgezeichnete Serie war für ihn der Durchbruch als Schauspieler. Premiere hatte kürzlich die siebenteilige ARD-Serie „Testo“, bei der er Hauptdarsteller, Co-Autor und Co-Regisseur ist.

Aus privaten Gründen Mietwagen genutzt

Im Prozess ging es um vier Fahrten ohne Fahrerlaubnis zwischen Februar und November 2023 in Berlin. Dabei nutzte Ramadan nach eigenen Angaben im Zusammenhang mit Filmproduktionen Mietwagen beziehungsweise in einem Fall ein Carsharing-Auto. In keinem Fall war der Schauspieler selbst Mieter der Fahrzeuge - hatte jedoch von den Wagen immer die jeweiligen Schlüssel in der Tasche. „Es waren teure Autos, ich wollte nicht, dass Fahrer sie privat benutzten. Fahrer beim Film nutzen die Wagen auch gerne privat.“ Er habe allerdings „im Fall eines Falles eine blöde Aktion gemacht“ und sei eingestiegen.

Als Gründe gab der 47-Jährige private Ereignisse an: Mal wollte er schnell zur Tochter, die gestürzt war. Mal zu einem kranken Freund, mal zu seiner erkrankten Frau. In einem Fall wollte er nach seinen Aussagen schnell von einem wichtigen Meeting zu einem Dreh, wo das Team bereits auf ihn wartete. Den eigentlichen Fahrern habe er nie gesagt, dass er keine Fahrerlaubnis besitze. In einem Fall habe er „auch leider die Berühmtheit ausgenutzt“.

Öffentliche Verkehrsmittel wegen Berühmtheit ein Problem

Öffentliche Verkehrsmittel seien wegen seiner Berühmtheit ein „komplettes Problem“, so der sechsfache Vater. „Wenn ich in die U-Bahn steige, jeder kriegt es mit“, so Ramadan. „Ich bin nun mal sehr bekannt und berühmt. Es funktioniert nicht - Bus, Bahn, Tram.“ Inzwischen sei er in einer Therapie und wisse, dass sein Verhalten Konsequenzen habe, sagte Ramadan. Er neige jedoch zu impulsiven Reaktionen.

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