Kreisverband Hof-Wunsiedel VVN-BdA besorgt über „Spaziergänge“

red

Der Vorstand kritisiert: „Die Spaziergänger fordern letztlich, lebensrettende Maßnahmen zu hintertreiben.“

Hof - Der Kreisvorstand der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) hat in seiner ersten Sitzung im neuen Jahr auch mit Blick auf die „Corona-Spaziergänge “ eine besorgniserregende weitere Rechtsentwicklung festgestellt. Die Bedrohungen der Hofer Oberbürgermeisterin und von Mitgliedern des Stadtrats müssten alarmieren. Zunehmend gelinge es Rechtsextremisten, die Szene der Impfgegner „in nie dagewesenen Ausmaß zu mobilisieren“, sagte Kreisvorsitzende Eva Petermann. Dabei gehe es schon lange nicht mehr nur um legitimen Protest. Ob es den „Spaziergängern“ bewusst sei oder nicht: „Sie fordern inmitten einer Pandemie, in völliger Verkennung der Realität, lebensrettende Maßnahmen des Infektionsschutzgesetzes zu hintertreiben.“ Das laufe auf ein sozialdarwinistisches „Soll halt sterben, wer nicht gesund genug ist“ hinaus. Ein angeblicher „Volkswillen“ werde dabei über demokratische Prozesse gestellt. Thomas Etzel, stellvertretendender Kreisvorsitzender, fragt: „Sind denn nicht Einschüchterungsversuche in sozialen Medien genauso juristisch zu verfolgen wie sonst auch?“

„Gern unterstützen wir ehrlich gemeinte Kritik“, betont die VVN-BdA, „zum Beispiel an der unzureichenden Hilfe für die, die unter der Krise am meisten zu leiden haben“. Kritisch sieht der Vorstand überdies das „Herumeiern“ bei der Einführung einer zumindest partiellen Impfpflicht. Doch nicht zuletzt mit Blick auf den Jahrestag der Machtübertragung an Hitler am 30. Januar 1933 erinnert Kreisvorstandsmitglied Ulrike Dierkes-Morsy daran, wie diese von langer Hand propagandistisch vorbereitet wurde: auch mit Hetz-Legenden über die „Knechtung des deutschen Volks“. red

 

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