Kulmbach - Sich nicht alles vom Chef gefallen lassen: Beschäftigte, die sich im Landkreis Kulmbach über schlechte Arbeitsbedingungen ärgern, sollen sich stärker um ihre Interessen kümmern - und einen Betriebsrat gründen, wo es noch keine Arbeitnehmervertretung gibt. Dazu hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) anlässlich des 100-jährigen Bestehens von Betriebsräten in Deutschland aufgerufen. "Gerade in kleinen Bäckereien, Restaurants und Pensionen brauchen wir mehr Betriebsräte. Denn ohne das Sprachrohr der Belegschaft ziehen Beschäftigte oft den Kürzeren - von der Arbeitszeit bis zur Personalplanung", betont Michael Grundl von der NGG Oberfranken. Nach Angaben der Arbeitsagentur arbeiten im Kreis Kulmbach 10 200 Menschen in Kleinbetrieben mit weniger als 50 Mitarbeitern - Kleinstbetriebe mit bis zu fünf Beschäftigten ausgenommen. Die Gründung eines Betriebsrats ist in Firmen ab fünf Beschäftigten möglich.