Treuchtlingen – Wissenschaftler wollen bis 2018 endgültig klären, ob der von Karl dem Großen angeordnete Bau eines durchgehenden Schifffahrtswegs zwischen Main und Donau jemals vollendet wurde. Einen Zwischenstand ihrer vor vier Jahren begonnenen Ausgrabungen in Nordbayern gaben die Forscher am Mittwoch bei Treuchtlingen bekannt: „Es spricht vieles dagegen, dass der Karlsgraben jemals komplett funktionstüchtig war“, sagte Grabungsleiter Lukas Werther von der Friedrich-Schiller-Universität Jena der Deutschen Presse-Agentur. „Sehr wahrscheinlich wurden nur einzelne Segmente abgeschlossen, so wie es alte Quellen auch beschreiben.“
Im Jahr 793 hatte Karl der Große den Bau eines Kanals von der Altmühl zur Rezat befohlen. Bis heute sind sich Experten uneinig, wie weit das ambitionierte Projekt des frühen Mittelalters vorankam. Eine Forschergruppe der Unis Jena, Leipzig und Kiel, des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege sowie des Leibniz-Institutes für Photonische Technologien Jena untersucht seit September 2012 den Karlsgraben. Das Projekt wird bis 2018 finanziert. „Bis dahin werden wir die offenen Fragen beantworten können“, versicherte Werther.
Die Ausgrabungen zeigen, dass der Kanal zwar bis unmittelbar an den Bachlauf der Rezat ausgeschachtet und teilweise auch dort mit aufwendigen Holzeinbauten stabilisiert worden war. „Allerdings fanden wir Holzeinbauten an dieser Stelle nur auf der einen Kanalseite, die andere Seite wurde offenbar nicht vollendet“, erläuterte Werther.
Die Wissenschaftler entdeckten eine etwa fünf Meter breite Fahrrinne. In einem anderen Abschnitt weist die Rinne unmittelbar an der Rezat aber nur etwa die halbe Breite auf. „Dafür gibt es aus unserer Sicht zwei Erklärungen: Entweder stoppten hier die Bauarbeiten, oder bei dem schmäleren Teil handelte es sich um eine Drainage, um Wasser aus der Baugrube abzuleiten – Pumpen gab es damals nicht“, sagte der Experte.
Bereits die amtlichen Reichsannalen aus der kaiserlichen Kanzlei zu Lorsch, die älteste Quelle über den Bau des Grabens, hatten immer wieder Zweifel an der Funktionsfähigkeit der Wasserstraße genährt. Darin wird geschildert, mit welchen Schwierigkeiten die Arbeiter beim Kanalbau konfrontiert waren: „Was die Werkleute tagsüber an Erde aushuben, das fiel des Nachts (...) wieder in sich zusammen.“
Die neuesten Forschungsergebnisse zeigen allerdings, dass es damals schon sehr erfahrene Wasserbauer gab. So fanden die Wissenschaftler mattenartiges Flechtwerk aus Ästen. „Es konnte mobil eingesetzt werden und schützte die Arbeiter davor, im Schlamm einzusinken“, schilderte Werther. Er hält es für wahrscheinlich, dass in einzelnen Abschnitten des Karlsgrabens tatsächlich schon Wasser stand. Theoretisch hätten dort auch Schiffe fahren können, sagte er.
Im Jahr 793 hatte Karl der Große den Bau eines Kanals von der Altmühl zur Rezat befohlen. Bis heute sind sich Experten uneinig, wie weit das ambitionierte Projekt des frühen Mittelalters vorankam. Eine Forschergruppe der Unis Jena, Leipzig und Kiel, des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege sowie des Leibniz-Institutes für Photonische Technologien Jena untersucht seit September 2012 den Karlsgraben. Das Projekt wird bis 2018 finanziert. „Bis dahin werden wir die offenen Fragen beantworten können“, versicherte Werther.
Die Ausgrabungen zeigen, dass der Kanal zwar bis unmittelbar an den Bachlauf der Rezat ausgeschachtet und teilweise auch dort mit aufwendigen Holzeinbauten stabilisiert worden war. „Allerdings fanden wir Holzeinbauten an dieser Stelle nur auf der einen Kanalseite, die andere Seite wurde offenbar nicht vollendet“, erläuterte Werther.
Die Wissenschaftler entdeckten eine etwa fünf Meter breite Fahrrinne. In einem anderen Abschnitt weist die Rinne unmittelbar an der Rezat aber nur etwa die halbe Breite auf. „Dafür gibt es aus unserer Sicht zwei Erklärungen: Entweder stoppten hier die Bauarbeiten, oder bei dem schmäleren Teil handelte es sich um eine Drainage, um Wasser aus der Baugrube abzuleiten – Pumpen gab es damals nicht“, sagte der Experte.
Bereits die amtlichen Reichsannalen aus der kaiserlichen Kanzlei zu Lorsch, die älteste Quelle über den Bau des Grabens, hatten immer wieder Zweifel an der Funktionsfähigkeit der Wasserstraße genährt. Darin wird geschildert, mit welchen Schwierigkeiten die Arbeiter beim Kanalbau konfrontiert waren: „Was die Werkleute tagsüber an Erde aushuben, das fiel des Nachts (...) wieder in sich zusammen.“
Die neuesten Forschungsergebnisse zeigen allerdings, dass es damals schon sehr erfahrene Wasserbauer gab. So fanden die Wissenschaftler mattenartiges Flechtwerk aus Ästen. „Es konnte mobil eingesetzt werden und schützte die Arbeiter davor, im Schlamm einzusinken“, schilderte Werther. Er hält es für wahrscheinlich, dass in einzelnen Abschnitten des Karlsgrabens tatsächlich schon Wasser stand. Theoretisch hätten dort auch Schiffe fahren können, sagte er.