„Auf Ruhestand hab ich keinen Bock“, stellte Hardrocker Ozzy Osbourne wohl fest, als er eine seiner Welttourneen „Retirement sucks“ nannte. Das ist bis heute so geblieben – 2007 veröffentlichte der einstige Black-Sabbath-Sänger sein aktuelles Studioalbum „Black Rain“, heuer steuerte Ozzy das Seinige zum Kinohit „Iron Man“ bei. „Iron Man“ dürfte auch jeder Anhänger der Metal- Szene im Ohr haben, wenn er den Namen Ozzys hört; oder „Paranoid“ oder „Sabbath Bloddy Sabbath“. Mit diesen Stücken und vielen anderen begründete Ozzys erste erfolgreiche Band das Genre Heavy Metal zumindest mit. Auf 18 Studioalben ist der am 3. Dezember 1948 als John Michael Osbourne in die Birminghamer Arbeiterklasse hineingeborene „Prince of Darkness“ zu hören. Welch Verlust für die Musikwelt, wäre er nicht Sänger geworden, sondern Schlachter, Maler oder Bestattergehilfe geblieben. Bekanntheit erlangte der Brite auch durch die TV-Reality-Show „The Osbournes“, bei der er ungeschönte und zugegeben auch unschöne Einblicke in sein Privatleben gab: Gezeichnet vom jahrelangen Alkohol- und Drogengebrauch stolperte er durch seine Villa und sein Leben. Und doch: Ozzy ist ein Stehaufmännchen, das dem Tod – dem wirklichen wie dem gesellschaftlichen – ein paar Mal von der Schippe sprang und noch immer ein ganz Großer im Geschäft ist: Als Begründer des Heavy-Metal-Festivals „Ozzfest“ verhalf er einer ganzen Riege junger Talente zu Weltruhm. Den Weg vom Taubenkopf abbeißenden Rock-Gott über das tattrige Drogenwrack bis zum ernsthaften Geschäftsmann zu meistern, hat Ozzy 60 Jahre gekostet. Heute feiert er seinen Geburtstag – man möchte ihm gratulieren. Zu beidem.