Jetzt ist er also in den besten Jahren: George Clooney, der Frauenschwarm und "Sexiest Man Alive", zu dem ihn das People Magazin gleich zweimal - 1997 und, dann schon mit grauen Schläfen, 2006 - kürte, wird heute fünfzig. Dass es in seiner Karriere einmal nicht so glatt gelaufen sein soll, mag man fast nicht glauben; doch der Superstar aus der TV-Erfolgsserie "Emergency Room - Die Notaufnahme" aus "Ocean's Eleven ... Twelve ... Thirteen" und vielen weiteren Filmen hatte tatsächlich anfangs zu kämpfen, um in seinem Traumberuf Schauspieler Erfolg zu haben. Bis sein großer Erfolg als Fernseh-Kinderarzt Dr. Ross ihn sozusagen für Hollywood empfahl, hatte er über ein Dutzend Pilotfilme für Serien gedreht, die nie verwirklicht wurden, und in B-Movies wie "Die Rückkehr der Killertomaten" mitgespielt. Erst 1996 - mit 35 - gelang ihm endlich der Durchbruch auf der Kinoleinwand: in Robert Rodriguez' Vampirgemetzel "From Dusk Till Dawn". Von nun an verkörperte der Sohn des prominenten Moderators Nick Clooney aus Lexington/Kentucky zumeist den starken, selbstsicheren Typen, der sich elegant und geschickt mit harten Bandagen durchsetzt. Viele, und nicht nur Frauen, sehen in ihm Hollywoods neuen Cary Grant. Einen Oscar als bester Nebendarsteller gewann er 2006 allerdings nicht als charmanter Womanizer, sondern für seine Rolle als CIA-Agent in dem Polit-Thriller "Syriana", für die er fünfzehn Kilo zugenommen hatte und einen Vollbart trug. Bereits 1998, nach einer für ihn hochpeinlichen Promotion-Tour seines Batman-Filmes hatte Clooney beschlossen: "Ich habe jetzt genug Geld auf dem Konto, es gibt keinen Grund mehr, einen Film zu machen, den ich nicht wirklich machen will." Stattdessen wandte sich der erklärte Liberale und Kriegsgegner, der sich für die Menschenrechte und den Klimaschutz engagiert und schon mehrfach für sein humanitäres und soziales Engagement ausgezeichnet wurde, politischen Themen zu. Und er nimmt neben seiner Tätigkeit als Drehbuchautor und Produzent auch gerne den Platz hinter der Kamera ein. Nach seinem Regie-Debüt "Geständnisse - Confessions Of A Dangerous Mind" (2002) entstanden bislang in seiner Verantwortung "Good Night, and Good Luck" (2005) und "Ein verlockendes Spiel" (2008).
Kunst und Kultur Mit Bart und Bauch
Von Kerstin Starke 06.05.2011 - 00:00 Uhr