Hof – Warnende Stimmen hatte es jedenfalls genug gegeben, dies zeigte der gestrige, achte Verhandlungstag. „Mach es bitte nicht. Ich glaube, es geht schief“, mit dieser SMS warnte der langjährige Prokurist der Spedition im Landkreis Hof seinen Chef vor den Geschäften mit dem dubiosen türkischen Geschäftsmann Nihat H. Doch der gab nur zurück: „Toll, wir haben gerade angefangen“. Zu diesem Zeitpunkt des Jahres 2015 war das Geschäft mit der Verzollung ominöser Biersendungen schon längst am Rollen. Den Prokuristen hatte schon am Anfang gewundert, warum Nihat C. überhaupt seine Sendungen nach Hof karrte, um sie dort verzollen zu lassen. Außerdem handelte es sich bei der Dosenware um Bier, das nach der Auffassung eines Nordbayern schlicht untrinkbar war.
Später wurden die Umstände noch merkwürdiger: Im Lager entdeckten die Arbeiter, dass es immer wieder die selben Paletten Bier waren, die zur Verzollung vorgefahren worden. Auf Verlangen von Nihat H. wurden später auch Bierlieferungen verzollt, die überhaupt nicht auf das Speditionsgelände gelangt waren.
Mit 70 000 bis 80 000 Euro im Monat seien die Umsätze aus dem Biergeschäft zwar respektabel gewesen, aber man hätte auch ohne sie leben können, sagte der Prokurist. Schon aus Prinzip habe er auf die ihm zustehende Provision aus dem Geschäft verzichtet. Einen weiteren geplanten Deal mit Spirituosen habe er bewusst verschleppt. Nachdem er die Überwachungskamera des Zolls entdeckte, schrieb er wieder eine SMS an den Chef. Sie lautete „Jean-Pierre, die haben uns am Arsch, die machen uns den Laden zu.“
Während der Chef seit Dezember 2015 in Untersuchungshaft sitzt, kämpft der Prokurist „jeden Tag“ um den Erhalt der angeschlagenen Firma und ihrer Arbeitsplätze. Noch übler erging es einer Angestellten, die für die Verzollungen zuständig war. Als sie die dubiosen Geschäfte nicht mehr mitmachen wollte, habe ihr der Chef indirekt mit der Kündigung gedroht, sagte die Frau vor Gericht. Heute ist sie trotzdem arbeitslos und hat nach einem Ermittlungsverfahren ein Bußgeld für ihre Beteiligung bezahlen müssen. Ihr Urteil in eigener Sache: „Wir waren alle blauäugig und blöd“.
Später wurden die Umstände noch merkwürdiger: Im Lager entdeckten die Arbeiter, dass es immer wieder die selben Paletten Bier waren, die zur Verzollung vorgefahren worden. Auf Verlangen von Nihat H. wurden später auch Bierlieferungen verzollt, die überhaupt nicht auf das Speditionsgelände gelangt waren.
Mit 70 000 bis 80 000 Euro im Monat seien die Umsätze aus dem Biergeschäft zwar respektabel gewesen, aber man hätte auch ohne sie leben können, sagte der Prokurist. Schon aus Prinzip habe er auf die ihm zustehende Provision aus dem Geschäft verzichtet. Einen weiteren geplanten Deal mit Spirituosen habe er bewusst verschleppt. Nachdem er die Überwachungskamera des Zolls entdeckte, schrieb er wieder eine SMS an den Chef. Sie lautete „Jean-Pierre, die haben uns am Arsch, die machen uns den Laden zu.“
Während der Chef seit Dezember 2015 in Untersuchungshaft sitzt, kämpft der Prokurist „jeden Tag“ um den Erhalt der angeschlagenen Firma und ihrer Arbeitsplätze. Noch übler erging es einer Angestellten, die für die Verzollungen zuständig war. Als sie die dubiosen Geschäfte nicht mehr mitmachen wollte, habe ihr der Chef indirekt mit der Kündigung gedroht, sagte die Frau vor Gericht. Heute ist sie trotzdem arbeitslos und hat nach einem Ermittlungsverfahren ein Bußgeld für ihre Beteiligung bezahlen müssen. Ihr Urteil in eigener Sache: „Wir waren alle blauäugig und blöd“.