Lichtenberg – Zwischen Erschütterung und Hoffnung bewegt sich die Stimmung in Lichtenberg. Das sagte Bürgermeister Holger Knüppel im Gespräch mit unserer Zeitung: „Wir sind erschüttert über die Gewissheit, dass Peggy tatsächlich ums Leben gekommen ist, und wir hoffen nun, dass dieser Fall endlich aufgeklärt werden kann.“ Vieles werde davon abhängen, welche Spuren an den Fundstücken aus dem Wald noch zu identifizieren seien. „Es wird nicht leicht sein, jetzt noch zu klären, was damals passiert ist.“ Knüppel will noch nicht von Mord sprechen, solange dies nicht bewiesen sei, doch deute vieles darauf hin. Der Gedanke sei belastend, dass es offenbar jemanden gebe, der in den Fall verwickelt sei, „vielleicht geht es auch in Richtung Pädophilie“. Der Gedanke beschäftige jeden in Lichtenberg. Der Bürgermeister hofft, dass mit der neuen Wendung im Fall Peggy die Stadt die Stigmatisierung los werde, die sie durch den Medienrummel bekommen habe. Die 15 Jahre andauernde Ungewissheit sei schlimm gewesen.



Kurzer Weg von Lichtenberg

Rodacherbrunn – In Lichtenberg ist die kleine Peggy verschwunden, bei Rodacherbrunn wurde nun ihre Leiche gefunden. Es gibt zwei Möglichkeiten, mit dem Auto von Lichtenberg nach Rodacherbrunn im thüringischen Saale-Orla-Kreis zu gelangen. Die erste führt über Carlsgrün, Langenbach, Heinersberg und Nordhalben in den kleinen Ort. Die andere führt vorbei an der Internationalen Musikbegegnungsstätte Haus Marteau in Lichtenberg direkt auf Thüringer Gebiet und weiter über Seibis, Schlegel und Neundorf nach Rodacherbrunn. Beide Straßen sind wenig befahren und führen durch große Waldgebiete.
Rodacherbrunn ist ein kleiner Ort mit nur wenigen Häusern auf einer Rodungsinsel und die höchstgelegene Siedlung im Saale-Orla-Kreis. Seinen Namen hat er von der Rodach, die dort entspringt und durch den Frankenwald Richtung Main fließt. Zu DDR-Zeiten unterhielt die Stasi dort eine Dienststelle, die Richtung Westen lauschte und besonders gut den Funkverkehr in Hof abhören konnte. Geografisch gehört der Ort zum Frankenwald.
Auch die Bewohner von Rodacherbrunn und dem nahen Titschendorf fühlen sich als Frankenwäldler. Seit der Grenzöffnung gibt es wieder enge Beziehungen zwischen Nordhalben und Geroldsgrün auf bayerischer Seite und Titschendorf.