Bayreuth - Gudrun Rödel, die engagierte Betreuerin des geistig behinderten Ulvi Kulac, ist wieder einmal in ihrem Zweifel an der Rechtsstaatlichkeit in Bayern bestätigt: "Das ist einfach ungeheuerlich, aber wir haben nichts anderes erwartet." Und auch für seinen Anwalt, Thomas Saschenbrecker, "kommt das nicht völlig unerwartet", als er von Medienvertretern von der Entscheidung erfährt. Bis zum Mittag waren beide nämlich nicht vom Gericht selber darüber informiert worden, dass die Strafvollstreckungskammer schon am 9. Januar beschlossen hat, die Fortdauer der Unterbringung von Kulac in einem psychiatrischen Krankenhaus anzuordnen - samt "intensiver Delinquenzberatung" mit "moderaten Lockerungen". Erst am 8. Januar 2016 soll wieder geprüft werden, ob eine Unterbringung noch angebracht ist.