Landkreis Kulmbach Impfkampagne startet verhalten

Ob es der verregnete Sonntag gewesen ist oder ob viele noch abwarten, bis der ganz neue Impfstoff kommt, kann keiner sagen. Fakt ist: Beim Auftakt zur Impfkampagne für diesen Herbst sind gerade einmal 15 Impfungen verabreicht worden. Foto: picture alliance/dpa/Moritz Frankenberg

15 Menschen haben den Sonderimpftermin des Landkreises am Sonntag in Kulmbach genutzt. Das Landratsamt ruft vor allem Bürger mit erhöhtem Risiko zur Auffrischimpfung auf.

War es der meist strömende Regen, der den verkaufsoffenen Sonntag in Kulmbach generell ausbremste, oder ist das Interesse an Auffrischimpfungen gegen das Coronavirus nicht so groß? Welche Rolle spielt die Tatsache, dass es jetzt einen zugelassenen Impfstoff für die aktuellen Varianten BA.4/5 gibt, aber derzeit erst das für die Variante BA.1 optimierte Vakzin verfügbar ist? Fragen, auf die auch Oliver Hempfling vom Kulmbacher Landratsamt keine Antwort geben kann. Fakt ist: Zum Auftakt der Impfkampagne für diesen Herbst und Winter sind am Sonntag im Kulmbacher Impfzentrum binnen vier Stunden gerade einmal 15 Impfungen verabreicht worden, wie Hempfling bestätigt.

Zu düster fällt Hempflings Beurteilung aber doch nicht aus. Im Vergleich zu den vergangenen Tagen, an denen einmal sogar keine Impfung nachgefragt worden war und ansonsten oft genug einstellige Zahlen registriert wurden, sei nun wenigstens wieder leicht ein Silberstreif am Horizont. „Im Vergleich den Tagen zuvor war das Ergebnis am Sonntag ehe überdurchschnittlich“, schätzt der Behördenvertreter die aktuelle Lage ein.

Der Aufwand, der im Impfzentrum betrieben wird, sei groß. Ärzte und medizinische Fachkräfte sowie Verwaltungskräfte müssen anwesend sein. Doch das sei gerechtfertigt: „Jede Impfung zählt. Das war keine vergebene Liebesmühe, sondern 15 Impfungen, die obendrauf kommen.“ Ihre Impfung abgeholt haben sich nach Angaben aus dem Landratsamt vor allem Menschen, die sich ohnehin einen Termin gesichert hatten.

Für die vor wenigen Tagen zugelassenen Impfstoffe für die BA.4/5-Varianten gebe es derzeit noch keinen Liefertermin. „Sobald es möglich ist, werden wir bestellen. Dann müssen wir abwarten, wann die ersten Dosen kommen und wie viele es sein werden. Bis dahin haben wir die Impfstoffe für BA.1 im Angebot. Vor allem besonders gefährdete Menschen sollten das Angebot nutzten, um sich vor einem schweren Verlauf zu schützen.“

Laut Hempfling muss in den kommenden Wochen angesichts der herbstlichen feuchten Witterung wieder mit einem Anstieg der Infektionszahlen gerechnet werden. Vor für allem Personen, deren erste Auffrischimpfung, also der sogenannte Booster, schon lange zurückliegt, lohne es sich, die Spritze jetzt abzuholen und dafür auf den jetzt verfügbaren Imfpstoff zurückzugreifen.

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