Landschaftspflege Am Rauhen Berg wird aufgeräumt

Zwischen Schwingen und Lindau sollen wieder Schafe weiden. Foto: Archiv

Landschaftspflegearbeiten im in einem geschützten Gebiet sollen helfen, wertvolle Biotope zu erhalten. Auch die Beweidung mit Schafen spielt dabei eine Rolle.

 
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Krokusse in Vollblüte kündigen derzeit mit aller Kraft schon den Frühling an. Doch noch befindet sich die Natur offiziell in der Winterpause. Bis einschließlich 28. Februar ist deshalb nach dem Bayerischen Naturschutzgesetz das Schneiden von Hecken und Feldgehölzen erlaubt, heißt es in einer Mitteilung aus dem Landratsamt Kulmbach. Das sich nun schließende Zeitfenster nutzt der Landkreis Kulmbach, um notwendige Freistellungen und Entbuschungen von wertvollen Biotopen abzuschließen.

Die größte aktuelle Landschaftspflegemaßnahme findet im geschützten Landschaftsbestandteil Rauher Berg zwischen Schwingen und Lindau statt. Der Höhenrücken aus Muschelkalk beherbergt den einzigen Trockenbiotopkomplex im Landkreis Kulmbach mit landesweiter Bedeutung. Die steilen südwestexponierten Hangpartien bieten wärmeliebenden Pflanzen und Tieren hervorragende Lebensräume: Sprossende Felsennelke, Mückenhändelwurz, Fransenenzian, Golddistel fühlen sich hier genauso wohl wie Perlmuttfalter, Grüner Zipfelfalter sowie viele Hummel- und Wildbienenarten wie beispielsweise die Zwergharzbiene. Sogar für den sehr seltenen Wendehals gibt es einen aktuellen Nachweis.

Diese vielfältige Biodiversität ist aber an ein Offenhalten der Kulturlandschaft gebunden, berichtet die Behörde. Die einstmals regelmäßig beweideten Flächen mit Magerrasen verbuschen zunehmend mit dem Rückzug der historischen Wanderschäferei. Die Natur erobert sich das Terrain zurück. Mit dieser sogenannten Sukzession gehen aber auch die Lebensbedingungen für zahlreiche spezialisierte Arten verloren.

Deshalb ist Klaus Schaumberg besonders froh, künftig dieses wichtige Kerngebiet im Biotopverbund mit einem Schäfer beweiden zu können. Der Biologe ist seit vergangenem Herbst im Landratsamt Kulmbach für den Bereich Landschaftspflege zuständig. Voraussetzung ist aber zunächst die Herstellung der Weidefläche für den Sommer, weshalb jetzt unter Hochdruck noch die letzten Gehölzarbeiten beendet werden, teilt das Landratsamt mit.

Starker Partner in der Umsetzung ist dabei der Maschinenring Kulmbach mit einigen auf Landschaftspflege spezialisierten Landwirten. Der Freistaat Bayern unterstützt diese praktische Naturschutzarbeit als ein möglicher Zuerwerb für die Landwirtschaft über die Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinie.

Je nach naturschutzfachlicher Wertigkeit übernimmt das Bayerische Umweltministerium fünfzig bis neunzig Prozent der Kosten. Der Landkreis Kulmbach investiert jährlich über hunderttausend Euro in Landschaftspflegemaßnahmen.

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