wenn zu erwarten ist, dass die neuen Leistungen bei der Grund- und der Erwerbsminderungsrente anfangs noch nicht so viel kosten: Mit den Jahren wird es teuer. Das gilt von Anfang an auch für die Mütterrente, die jedes Jahr Milliarden Euro verschlingt. Es ist auch Symbolik im Spiel beim Groko-Ziel, das Rentenniveau bis zum Jahr 2025 stabil zu halten. Wenn die Konjunktur weiter gut läuft, ist diese Garantie zum Nulltarif zu haben. Falls die Zeiten aber schlechter werden, wird es richtig kostspielig. Die Groko schmückt sich damit, Rentnern Gutes tun zu wollen. Dass dafür aber vor allem die Beitragszahler aufkommen sollen, ist ungerecht. Die Ausweitung bei der Mütterrente sollte auch von Beamten und Selbstständigen finanziert werden. Doch Union und SPD wollen die Steuern für andere Zwecke ausgeben. Sie lassen sich davon leiten, dass Beschäftigte und Arbeitgeber schon nicht aufmucken werden. Nach diesem Motto verfuhr die große Koalition schon 2014 beim Schnüren des ersten Rentenpakets. Das aber ist der falsche Ansatz. Schon jetzt ist absehbar, dass die Rücklagen der Rentenversicherung in den nächsten Jahren abschmelzen. Früher oder später wird es zu Beitragserhöhungen kommen. Diese Sozialpolitik ist kurzsichtig. Rentenpolitik muss auf Dauer angelegt sein. Alles andere rächt sich.
Meinungen Kurzsichtig
Roland Pichler 08.02.2018 - 19:42 Uhr