Anfang der Woche veröffentlichte die Frankenpost auf Seite 1 eine scheinbar skurrile Meldung aus Bangladesh. Dort hatten Bettler wegen der steigenden Lebenshaltungskosten eine Mindesthöhe für Almosen gefordert. Nun mag sich der Leser mit einiger Berechtigung fragen, was uns dieses Thema eigentlich angeht. Die Antwort lautet: Meldungen wie diese vermögen uns möglicherweise dafür zu sensibilisieren, gelegentlich über unseren Wohlstandsbauch hinauszuschauen. Selbst in unserer reichen Gesellschaft gibt es eine wachsende Zahl von Mitbürgern, die nicht mehr imstande scheint, aus eigener Kraft die Grundbedürfnisse menschlichen Lebens zu finanzieren. Der schier aberwitzige Anstieg der Energiekosten treibt viele Menschen, deren Budget ohnehin keinen Spielraum mehr ließ, in den sicheren Ruin. In dieser Woche schlugen – endlich – Politiker, Gewerkschaften und Sozialverbände Alarm. Allein, es darf nicht bei frommen Worten und wohlfeilen Solidaritätsadressen für die Betroffenen bleiben. Schiebt die Politik dieses Thema auf die lange Bank, riskiert sie damit, dass aus kleinen Leuten Rebellen werden, die ein offenes Ohr für radikale Parolen haben.