Sie wollen doch nur spielen. Oder springen, reiten, schwimmen, eben all das, was während der Paralympischen Sommerspiele auf dem Programm steht. In der Nacht auf Donnerstag beginnen in Rio de Janeiro die Paralympics, doch nur dabei sein ist für die Athleten längst nicht mehr alles. Es geht um Höchstleistungen - in den Sportarenen und beim Spektakel drum herum. Schon die Paralympics 2012 in London hatten neue Maßstäbe gesetzt. Noch nie feuerten so viele Fans die Athleten an, noch nie waren Behindertensportler solche Stars. Auch in Rio sollen Rekorde fallen. Es werden 4350 Sportler erwartet. So viele wie nie zuvor. Die öffentlich-rechtlichen Fernsehender in Deutschland werden ihre Übertragungen noch einmal auf rund 75 Stunden ausdehnen. Das zeigt: Die Wettkämpfe der Behinderten sind längst keine sportliche Randerscheinung mehr. Es wundert auch keinen Sport-Fan mehr, wenn Menschen, die nichts sehen, denen ein Bein fehlt oder die im Rollstuhl sitzen, sportliche Höchstleistungen erbringen. Doch die Normalität - so erstrebenswert sie ist - hat ein Handicap.
Meinungen Ungewollte Normalität
Redaktion 07.09.2016 - 00:00 Uhr