Motocross-WM Weite Sprünge in Indonesien

Simon Längenfelder liegt die schwierige Strecke auf Indonesien. Der Regnitzlosauer kämpfte sich als Gesamtzweiter durch die zahlreichen hängenden Kurven. Foto: Juan Pablo Acevedo

Simon Längenfelder fühlt sich in Übersee pudelwohl: Der Regnitzlosauer Motocross-Pilot weilt derzeit mit seinem Team in Indonesien. Auch dort gibt es eine große Faszination für den Motorsport – und einen oberfränkischen Helden.

Über zu wenig Spektakel durften sich die Fahrer und Zuschauer der MX2-Weltmeisterschaft nicht beklagen. Als die Motocross-Piloten am Wochenende erstmals seit der zweijährigen Corona-Pause wieder in Indonesien an den Start gegangen sind, kamen alle auf ihre Kosten. Die Strecke in Samoto-Sumbawa auf der westlichen Insel West-Nusa Tenggara war geprägt durch ihre neue Streckenführung: auf einem welligen Verlauf mit vielen Sprüngen und spektakulären Kurven ging es um WM-Punkte.

Und in der WM-Wertung liegt mit Simon Längenfelder (Gas Gas) ein Oberfranke ganz weit vorn. Als Gesamt-Dritter war für den 18-Jährigen klar: Auch in Indonesien müssen weitere Punkte her, um die Konkurenz auf Distanz zu halten.

Aber auch er musste sich erst einmal auf die Bedingungen einstellen: Die Motorräder wurden per Schiff vorab verschickt, die Crew und die Fahrer mussten stundenlang im Flugzeug sitzen. Jetlag, neue Impressionen und eine neue Strecke – es strömte viel auf Längenfelder ein. „Es ist hier alles ganz anders“, berichtet er und ist vor allem von der Lebensfreude der Indonesier fasziniert.

Rein sportlich hatte er aber auch einiges zu berichten: Die komplett neu gebaute Strecke ist anders, als er von den Rennen in Europa oder Südamerika gewohnt ist. „Es ist ein ganz anderer Boden“, sagt Längenfelder. Wohl auch, weil kleine Holzchips in den Boden gemischt wurden. „Aber es hat sich gut angefühlt“, so der Red-Bull-Pilot, der auch für den MSC Höchstädt startet.

Dass die Strecke ihm liegt, zeigt sich schon im Qualifying: Längenfelder ging als Vierter in den Renntag. Im ersten Lauf hatte er das Glück auf seiner Seite: „Ich habe mich durchgemogelt“, berichtet Längenfelder, auch weil er keinen so guten Start hatte. Er verlor zwei Plätze, profitierte dann aber von einem Ausfall und einem Crash – und war plötzlich Dritter.

Und noch besser lief es im zweiten Lauf, wobei er sogar den Sieg vor Augen hatte. Nach einem hervorragenden Start war das Tempo hoch und nur KTM-Pilot Tom Vialle lag vor ihm. Allerdings in Überholweite. Als Vialle dann einen Fehler machte, lag plötzlich Längenfelder vorn: „Ich habe dann richtig gepusht und war wirklich schnell.“ Das Risiko war letztlich wohl etwas zu hoch, denn auch dem Regnitzlosauer unterlief ein Fehler – und er fiel hin. Platz eins war somit weg, doch Längenfelder verteidigte immerhin noch den Silberrang. „Es hätte kaum besser laufen können“, ist der in Italien bei seinem Rennstall lebende Oberfranke dennoch zufrieden – und das aus gutem Grund: Mit dem dritten und zweiten Platz kam er in der Gesamtwertung des Grand Prix in Indonesien auf den zweiten Rang – und holte damit wichtige Punkte für die WM-Gesamtwertung. In dieser liegt er weiterhin auf dem dritten Rang. Dank des starken Ergebnisses in Übersee baute er den Vorsprung auf den vierten Platz sogar aus.

So schnell er nach Indonesien musste, steht auch schon wieder die Rückreise an. „Jetzt stehen vier Flüge an, bis ich wieder zurück bin“, sagt er. Ein Trost ist, dass der nächste WM-Lauf quasi ein Heimspiel ist. Am 16./17. Juli steigen die Rennen in Loket (Tschechien).

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