Motorrad-Fahrsicherheitstraining Gespür entwickeln für die untere Hälfte

Turnübungen im Motorradsattel helfen, sich mit der Maschine vertraut zu machen. Dafür sucht der Instruktor kaum befahrene Kleinststraßen aus. Foto: Katrin Lyda

Motorradfahren lernt man nur durch Praxis. Beim Fahrsicherheitstraining von und mit Verkehrswacht-Instruktor Horst Schlegel üben die Teilnehmer Fahrtechnik und genießen die dabei die herrliche Landschaft.

Marktleuthen - Rechter Fuß von den Rasten, linker Fuß von den Rasten. Im Stehen fahren. Durch die Rinne zielen. Bei Horst Schlegels Motorrad-Sicherheitstrainings geht es nicht nur um dröges Pylonenumkreisen. Diese braucht der Verkehrswacht-Instruktor trotzdem für die eine oder andere Übung. Dann zaubert er die rot-weißen Hütchen aus den riesigen Packtaschen seiner Honda hervor und platziert sie nach Bedarf.

Schräglage ausreizen

So etwa auf einer asphaltierten Fläche hinter dem Autohof bei Thiersheim. Dort legt der Instruktor auch eine kleine gelbe Frisbeescheibe auf, die es in Schräglage zu umzirkeln gilt. Zuvor hat Schlegel die Vorderreifen der Teilnehmermaschinen mit Kreise markiert. Damit man sieht, wie weit die Biker ihre Maschinen gelegt haben – oder eben wie wenig weit. Denn die Reifen geben meist noch deutlich mehr her, als sich der Fahrer oder die Fahrerin traut.

Wenig Theorie, viel Praxis

Schlegels Konzept lautet: wenig theoretisieren, viel üben. Trotzdem sind ihm diverse Basisinformationen wichtig. Dafür lässt er zu Beginn in den Räumen der Fahrschule Paul, wo sich alle Teilnehmer getroffen haben, ein Video der Zeitschrift Motorrad und des Instituts für Zweiradsicherheit laufen, in dem es von der Wahl der geeigneten Maschine und Ausrüstung bis hin zu Fahrsicherheitstipps und physikalischen Zusammenhängen geht. Danach wechselt die Gruppe aber zügig in die Praxis. Diesmal sind lauter erfahrene Biker dabei, deshalb kann die Warmfahrphase auf dem Marktleuthener Verkehrsübungsplatz mit Blickführung und Bremsen etwas kürzer ausfallen. Danach rollt die Gruppe auf Kleinststräßchen durch den Landkreis. Immer wieder hat Horst Schlegel „im freien Feld“ Übungseinheiten auf Lager, sei es auf gerader Strecke oder für Kurven.

Gefühl für das Motorrad bekommen

Ihm ist wichtig, dass die Teilnehmer ein Gefühl für ihren fahrbaren Untersatz bekommen. „Nicht nur oben drauf sitzen, sondern ‚die obere Hälfte des Motorrads sein‘“, ist sein Anliegen. Deswegen die Turnübungen mit Fuß runter oder Hintern hoch. Aber auch Fahrphysik – Stabilitätsfaktoren und Kreiselkräfte – erläutert der erfahrene Motorradmann direkt am Objekt.

Erlebnis, Spaß und Genuss

Die Teilnehmer, zwei Damen, zwei Herren, sind alles keine Neulinge. Trotzdem ist ihnen wichtig, zu Saisonbeginn sich „warmzufahren“ und mit ihren Maschinen und der Fahrtechnik wieder vertraut zu machen. Bei Horst Schlegels Fahrsicherheitstrainings kommen das Erlebnis, der Spaß und der Genuss nicht zu kurz. Zum einen bei der Fahrt durch die herrliche Gegend des Fichtelgebirges als Kulisse, zum anderen durch die Einkehr in einer motorradfreundlichen Traditionswirtschaft. Die aufziehenden Gewitter setzen dem Ausflug ein schnelleres Ende als ursprünglich geplant. Alle sind sich einig, dass die Fortsetzung in Kürze folgt.

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