Helmbrechts – Zahlreiche Interessierte beteiligten sich an einer Diskussionsveranstaltung der Partei „Die Linke“ in Helmbrechts. Wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, ging es dabei um das Problem der immer stärker werdenden Auslese an bayerischen Schulen, die nach Ansicht der Linken Kinder aus finanziell schwachen und bildungsfernen Schichten auf der Strecke bleiben lässt. In das Thema führte Christa P. Meist ein, die als ehemalige Hauptschullehrerin die Mängel des dreigliedrigen Schulsystems umriss. Sie erläuterte wesentliche Merkmale einer Gemeinschaftsschule, „die dazu beitragen kann, dass sich die individuellen Fähigkeiten eines jeden Kindes optimal entfalten. Gegen das Prinzip der Herrschenden, die den sogenannten unteren Schichten immer nur so viel Bildung zubilligten, wie für die Aufrechterhaltung des Wirtschaftsprozesses notwendig ist, stellen wir die Forderung, dass Bildung umfassend zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben befähigen muss, also auch zur Teilhabe am politischen und kulturellen Leben.“ Dies könne laut Meist nur in einer Schule erreicht werden, die Kindern und Jugendlichen freies, selbstbestimmtes Lernen in vielfältigen sozialen Zusammenhängen erlaube. Eine solche Schule verzichte auf Leistungsmessung und begnüge sich damit, individuelle Lernfortschritte zu erfassen. Sie sei eingebettet in das soziale Umfeld des Wohnorts der Schüler und werde getragen von demokratischer Mitbestimmung von Schülern und Eltern. Für alle Jugendlichen müsse dabei die Zeitspanne für die Entfaltung ihrer Fähigkeiten bis zum Ende des 16. Lebensjahres ausgedehnt werden. Um den Interessen und individuellen Lernvoraussetzungen besser Rechnung zu tragen, müsse im ganztägigen Angebot der Schule der Klassenverband immer wieder aufgelöst werden, zugunsten der Lernarbeit in kleinen Gruppen, forderte Meist.