Doch die Krankenkasse zahlt nur die konservative Behandlung, bestehend aus Lymphdrainagen gegen die Wassereinlagerungen und Kompressionsstrümpfen. Eine Fettabsaugung würde 17 100 Euro kosten und sich auf sechs Operationen aufteilen. "Auf einmal würde der Körper das nicht verkraften", erklärt Anne.
Als sie im September das Ablehnungsschreiben der AOK Bayern öffnete, sei das "ein Schlag ins Gesicht" gewesen. Die Kostenübernahme für den Eingriff bewilligen die gesetzlichen Krankenkassen selten. Denn der Gemeinsame Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen, der festlegt, welche Leistungen die Kassen übernehmen, stuft die Fettabsaugung als Schönheitsoperation ein. Er sieht es nicht als erwiesen an, dass sie einen Nutzen bringt. Immerhin hat das Gremium im Januar eine Studie in Auftrag gegeben, die darüber Klarheit schaffen soll. "Nach der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts sind die Entscheidungen des Ausschusses für die gesetzliche Krankenkasse bindend", heißt es im Ablehnungsschreiben an Anne Crasser.
Gegen die Entscheidung der AOK hat die junge Frau Widerspruch erhoben. Nun heißt es warten. "Die AOK Bayern hat ein ärztliches Gutachten beim Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) in Auftrag gegeben", heißt es auf Anfrage der Frankenpost vonseiten der Krankenkasse. Näher möchte sich die AOK nicht äußern.
Unterdessen helfen Annes Freunde ihr, nicht zu verzweifeln. "Sie sind meine selbstgewählte Familie", schwärmt die Studentin. Nach dem Gespräch mit der Zeitung möchte sie mit einer Freundin ins Fitnessstudio gehen. Zwar baut Bewegung das Fett an ihren Armen und Beinen nicht ab. Doch: "Es ist wichtig, sich nicht aufzugeben und trotzdem was zu tun", findet Anne.