Naila Hospizverein steht in den Startlöchern

Der Hospizverein Frankenwald will bald wieder seine Arbeit richtig aufnehmen. In den neuen Räumen in der Kronacher Straße 31 in Naila hat sich der Verein inzwischen gut eingelebt. Unser Bild zeigt Vorsitzende Marion Rank (links) mit Koordinatorin Steffi Scharf. Foto: Sandra Hüttner

Vom Umzug des Hospizvereins Frankenwald in die neuen Räume in Naila hat wegen Corona kaum jemand etwas mitbekommen. Nach den Lockerungen wollen die Hospizbegleiter nun ihre wichtige Arbeit wieder aufnehmen.

Naila - Der Hospizverein Frankenwald hat in Naila einen neuen Standort: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind seit einiger Zeit schon in der Kronacher Straße 31 zu finden. Erst jetzt kann der Verein durch die Corona-Lockerungen die Neuigkeiten so richtig vorstellen. Und bald, so die Hoffnung, kann man auch die Hospizarbeit wieder richtig aufnehmen.

„Wir sind bereits im Mai vergangenen Jahres umgezogen, aber dann hat die Corona-Pandemie unsere Pläne mit einem Tag der offenen Tür und dem Sommerfest unmöglich gemacht“, berichtet Vereinsvorsitzende Marion Rank. Der Hospizverein zählt aktuell 180 Mitglieder, davon sind 25 aktiv als Hospizbegleiter im Einsatz und leisten schwerkranken und sterbenden Menschen Beistand bis zu den letzten Stunden. Dafür besuchen die Hospizbegleiter die Familien zu Hause, aber auch in Pflegeheimen und Krankenhäusern.

Mehr Platz in den neuen Räumen

Bisher hatte der im Jahr 2002 gegründete Hospizverein seine Bleibe im Untergeschoss des stationären Hospizes in der Neulandstraße. „Wir wollten aber bewusst eine räumliche Trennung zum stationären Hospiz, da es doch immer wieder Verwechselungen gab und wir auch eine Hemmschwelle beim Betreten des Hospizes wahrnahmen“, erklärt Marion Rank.

Zudem hat der Verein nun in den neuen Räumen mehr Platz. „Wir haben jetzt einen Schulungsraum, ein Büro, eine Teeküche und natürlich auch Sanitäranlagen und zudem einen Garten“, freut sich Rank. Auch von außen ist das Domizil gut zu erkennen: „Die Fenster sind beklebt mit unserem Logo“, sagt Rank: „Und ein Fenster wird immer wieder entsprechend des Jahreslaufs von unserer neuen Koordinatorin Steffi Scharf dekoriert. Das zieht die Blicke auf sich und soll für Aufmerksamkeit sorgt, sodass der eine oder andere mal klingelt und sich informiert.“

Hospizbegleitung war im Lockdown kaum möglich

Nach und nach nehme man nun auch wieder die Begleitung von schwerstkranken und sterbenden Menschen auf. Die Vorsitzende erinnert daran, dass der Zutritt zur Senioren- und Pflegeheime während der Pandemie nicht erlaubt war und somit auch die Begleitung der Menschen nicht möglich war. „Die Angehörigen von Schwerstkranken und Sterbenden und auch unsere ehrenamtlichen Hospizbegleiter waren äußerst vorsichtig, sodass es nur sehr wenige Begleitungen zu Hause gab“, berichtet die Vorsitzende.

Für die Betroffenen und ihre Angehörigen war das eine schwere Zeit. „Viele sagen zwar, sie kämen schon zurecht, aber beim näheren Hinschauen, ist es dann doch nicht so einfach und Hilfe wäre wünschenswert“, betont Marion Rank. Zudem tragen die ehrenamtlichen Hospizbegleiter sehr zur Entlastung des Pflegepersonals in den Heimen bei.

Zu den Aufgaben des Hospizvereins gehört Beratung und Begleitung der Kranken und der Angehörigen, aber auch die Beratung zur palliativ-pflegerischen Versorgung und Vorsorgeplanung. Auch Trauernde werden nicht allein gelassen.

20-jähriges Bestehen im nächsten Jahr

„Wir haben viele Pläne, auch mit Blick auf unser 20-jähriges Bestehen im kommenden Jahr, aber noch sind wir vorsichtig und warten ab, was in naher Zukunft möglich sein wird“, berichtet Marion Rank. „Wir stehen in den Startlöchern auch mit einem Neustart unseres Trauercafés, das als Begegnungsnachmittag vor Corona gut angenommen war“, sagt Rank. Wenn es so weit ist, wird es auch hier ein Hygienekonzept geben sowie eine Anmeldungspflicht.

Koordinatorin Steffi Scharf berichtet, dass bei Telefongesprächen schnell deutlich wird, dass die Menschen einen großen Redebedarf haben. „Wir wollen deshalb unser Begegnungsangebot so bald wie möglich wieder aktivieren.“

Auch der durch den Lockdown unterbrochene Grundkurs für Hospizbegleiter soll bald fortgesetzt und zudem ein Schnupperkurs für Einsteiger angeboten werden, um dann beides zusammenführen zu können. Termine stehen aber momentan noch nicht fest. Mit einem richtigen Tag der offenen Tür in den neuen Räumen für die Öffentlichkeit planen Rank sowie Koordinatorinnen Margarethe Jahn und Steffi Scharf deshalb erst im Jubiläumsjahr.

Kontakt:
Informationen gibt es auf der Homepage www.hospizverein-frankenwald.de, per per E-Mail an info@hospizverein­frankenwald.de oder telefonisch unter 0151/57830427. Die gesamte Vereinsarbeit ist im Wesentlichen vom ehrenamtlichen Engagement getragen.

 

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