Carlsgrün - Die Chancen stehen gut, dass die Kartoffelsorte "Blaue Frankenwälder" der Nachwelt erhalten bleibt und sogar eine Renaissance erlebt - wahrscheinlich sogar als unverwechselbares Markenzeichen der regionalen Küche. Auch der Bayerische Rundfunk hat die vom Carlsgrüner Gast- und Landwirt Fritz Gebelein vor zwei Jahren initiierte Aktion zur Rettung der schmackhaften blauen Knolle aufgegriffen. Die Hofer Korrespondentin Annerose Zuber kam zu einer Gesprächsrunde in die Dorfgaststätte "Adelskammer". Die Stammgäste waren sich in der Beurteilung der blauen regionalen Besonderheit einig: "Da schmeckt man so richtig den Ärpflgeschamk; die Blauen gehören zur kernigen Frankenwälder Küche", bringen es Hans Hagen und Fritz Einsiedel auf den Nenner. Die regionale Rarität findet das uneingeschränkte Lob aller Beteiligten, was auch ein Verdienst der "Adelwirtin" Renate Gebelein ist, die zu den in der Schale gekochten Kartoffeln "Streichmatz", eine ortsspezifische Zubereitung von Quark, auftischte. Als deftige Beilage gab es zudem weißen und roten Pressack. In seinen Bemühen um die "Blauen Frankenwälder" ist Fritz Gebelein schon recht weit gekommen. Die Züchtung einer virenfreien blauen Kartoffel auf der Gengrundlage der uralten Knolle aus dem Frankenwald stehe vor dem Abschluss. "Dann steht wieder ausreichend Saatgut zur Verfügung, das auch höhere Erträge verspricht", gibt sich Adelwirt Gebelein zuversichtlich. Die Knolle soll aber nur regional vermarktet werden.
Naila Tolle Knolle in Blau
Von Reinhold Singer 26.04.2012 - 00:00 Uhr