Ob im oberen Stadtteil Vomero, auf der riesigen Piazza Plebiscito oder auf der Piazza Dante tobt nächtens die Lebenslust. Stets herrscht das gleiche Bild: Menschenmengen auch nach Mitternacht, die Jugend schläft nicht. Die 16- bis 22-Jährigen gehen, wie sie mir sagen, erst gegen drei bis vier Uhr früh ins Bett, Alessia feiert mit. "Ich habe natürlich die Maske dabei, jetzt unter Freunden ist sie aber nicht notwendig", sagt sie lachend. Und die anderen im Umkreis nicken. Auch im Palazzo Fondi, einem historischen Prachtbau aus dem 18. Jahrhundert, vergnügt man sich, seit etwa zehn Jahren gibt es hier eine Bar: Herein mit der Maske, dann runter und "dolce far niente", das süße Nichtstun, ist angesagt. Seinen Namen aufschreiben oder eine Telefonnummer hinterlassen muss man nirgends. Später hinunter ans Meer, die Jungs machen noch nach Sonnenuntergang Köpfer ins Wasser, nebenan schneidet ein Koch öffentlich Trippa (Kutteln) zurecht, würzt sie im Schwung mit Salz und Zitronen, sie finden reißenden Absatz. Hier auf der Terrasse sind die Leute eng beieinander, man hat keine Ansteckungsangst. "Ich mache erst um fünf Uhr früh Schluss", verrät der Magier der Innereien.