Neue Ausstellung in Helmbrechts Gardinen gegen Mikroben

Werner Bußler
Sie gestalteten die Präsentation der Firma Hohmann in der Ausstellung „Gestern. Heute. Morgen“ im Oberfränkischen Textilmuseum. Zur Eröffnung entstand dieses Bild mit Produkten des Marktführers in Sachen Dekostoffe und Gardinen (von links) Stefan Pöhlmann, Maximilian Buchta, Irmgard Rehse-Seuß, Rebecca Ritter-Grießhammer, Ulrike Oelschlegel und Alfred Rauh. Foto: Bußler

Die Firma Hohmann präsentiert sich im Textilmuseum. Der Gardinenhersteller ist von der Zukunft der Branche überzeugt.

Ein weiterer fränkischer Hidden Champion stellt sich vor: Am 6. Dezember 1907 wurde die Weberei Hohmann in das Register der Königlich Bayerischen Versicherung eingetragen. Dieses Datum gilt als Gründungstag des in Bärenbrunn ansässigen Unternehmens. Die Ortschaft gehörte seinerzeit noch nicht zu Helmbrechts, das just an diesem Tag im Jahr 1422 zur Stadt erhoben wurde.

Heute ist Bärenbrunn schon seit über 50 Jahren Ortsteil von Helmbrechts. Die durch ständige Vergrößerung nun in Bärenbrunn und auf der anderen Straßenseite liegenden Ochsenbrunn beheimatete Firma behauptet sich als Marktführer im Bereich Gardinen und Dekostoffe auf dem Weltmarkt und ist gleichzeitig der Beweis, dass die Textilbranche auch Zukunft hat.

Im Oberfränkischen Textilmuseum präsentiert sich die Firma derzeit im Rahmen der Ausstellung „Gestern. Heute. Morgen“ und zeigt ihre Produkte, die Besucher bekommen auch Infos über den Betrieb.

Zur Eröffnung der Sonderschau stellte Maximilian Buchta, einer der geschäftsführenden Gesellschafter, die Firma vor. Er vertritt die fünfte Generation im Unternehmen, das sich seit seiner Gründung im Familienbesitz befindet. Familiär geht es auch in den Werkshallen zu. „Es gibt bei uns keine Mitarbeiterin und keinen Mitarbeiter, die oder den wir nicht kennen und um die oder den wir uns nicht kümmern.“ Dies sei schon Tradition.

Die Fabrik ist der einzige Standort des Unternehmens, dort werden sämtliche Arbeitsvorgänge abgewickelt. Dabei nutze man die Möglichkeit, auch Sonderanfertigungen zu produzieren, wobei die eigene Ausrüstung ein großer Vorteil sei. Eine im letzten Jahr innovative Idee seien Gardinen und Stores, die Mikroben abtöten und Schadstoffe und Gerüche beseitigen.

Die von Hohmann produzierten Waren entstehen auf einer Produktionsfläche von 30 000 Quadratmeter, auf denen über 300 Dornier Webmaschinen im Einsatz sind. Die Kapazität beträgt täglich 45 000 laufende Meter. Im Herbst kommen voraussichtlich zwölf neue Maschinen dazu. Damit bleibt der Betrieb der mit den weltweit meisten Webmaschinen der Firma Dornier.

In der Firma gibt es die Abteilungen Garnerzeugung (Zwirnerei), Weberei, Druckerei, Appretur und Endaufmachung. Ein Hochregallager mit Lagerbestand garantiere die sofortige Lieferfähigkeit der Kollektionen.

Maximilian Buchta betonte, in der Region gebe es viele „Hidden Champions“, die zu oft ihr Licht unter den Scheffel stellen. Auch wenn in der Vergangenheit einige Textilunternehmen den Strukturwandel nicht bewältigt haben, so sei eines aber trotzdem klar: „Textil hat Zukunft, andere Behauptungen sind Humbug.“ Er betonte auch, man wolle den Standort weiter stärken, wobei auch darauf geachtet werde, dass die Infrastruktur in Oberfranken weiterhin so gut wie bisher funktioniert.

Einige Waren aus der Produktion der Firma Hohmann dürfen die Besucher der Ausstellung bestaunen.

Bürgermeister Stefan Pöhlmann sagte in seinem Grußwort, die Firma Hohmann habe sich seit jeher den Herausforderungen des Marktes gestellt und sei ein großes Plus in der wirtschaftlichen Struktur der Stadt.

Ulrike Oelschlegel, im Oberfränkischen Textilmuseum für die Ausstellung zuständig, zeigte sich davon fasziniert, wie viele unterschiedliche Produktpaletten einheimische Firmen anbieten. Sie bedankte sich für die Unterstützung bei der Gestaltung der Schau bei Rebecca Ritter-Grießhammer sowie den „lebenden Lexika“ Irmgard Rehse-Seuß und Alfred Rauh. Alfred Rauh ließ schließlich mit Geschichten die Erinnerungen an den unvergessenen Karl Hohmann, Träger der Goldenen Bürgermedaille der Stadt Helmbrechts, wach werden.

Die Ausstellung zur Textilgeschichte der Stadt Helmbrechts ist während der Öffnungszeiten des Oberfränkischen Textilmuseums zu besichtigen, die Firma Hohmann präsentiert sich bis Ende Mai.

 

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