Herr Graf, zunächst herzlichen Glückwunsch zum Hans-Vogt-Filmpreis. Dessen Namensgeber aus dem Rehauer Ortsteil Wurlitz war Miterfinder des Tonfilms. Was bedeutet Ihnen diese Auszeichnung?
Dieser Filmpreis hat eine Geschichte. Zum Lichttonverfahren hat man als Regisseur sowieso eine eigene Beziehung. Im Namen von Hans Vogt, dem Erfinder des Lichttonverfahrens, prämiert zu werden und dazu noch während der Hofer Filmtage – das ist toll.
Sie haben bereits unzählige Auszeichnungen erhalten. Mit zehn Trophäen halten Sie sogar den Grimme-Preis-Rekord. Ist es für Sie überhaupt noch aufregend, einen Preis zu erhalten?
Da ich schon vorher informiert wurde, dass ich diesen Preis erhalte, bin ich nicht mehr so aufgeregt. Ich empfinde jetzt nur noch Freude.
Sie sind eigentlich für Krimis bekannt. Diesmal stellen Sie bei den Hofer Filmtagen einen Dokumentarfilm über Philip Rosenthal vor. Was hat Sie dazu bewegt, eine Doku über diesen Unternehmer zu machen?
Ich war im Jahr 1982 das erste Mal in Hof und seitdem oft hier. Vor sechs Jahren habe ich hier in der Region meinen Film „Das unsichtbare Mädchen“ gedreht. Damit bin ich noch mehr in die Gegend eingetaucht und habe erfahren, was hier nach der Wende alles passiert ist. Dann kam irgendwie die Idee dazu, zusammen mit Martin Gressmann der Rosenthal-Geschichte auf die Spur zu gehen. In meiner Kindheit war Philip Rosenthal ein großer Mann. Das Rosenthal-Porzellan spielte kulturell eine sehr große Rolle und tut es ja immer noch. Es ist beeindruckend, über was für eine Innovations-Lust Philip Rosenthal verfügte. Und das gepaart mit diesem zukunftsorientiertem Unternehmertum und dem großen Interesse an seinen Mitarbeitern. Das kann man ja nicht von jedem Industriekapitän behaupten. Seine Geschichte fand ich hochinteressant.
Voriges Jahr haben Sie gesagt, Sie wünschen für die Hofer Filmtage jemanden, der „eine absolute Eigenständigkeit hat und der auf keinen Fall mental im deutschen Förder-Filmsystem drinsteckt“.
Erfüllt der neue Festivalleiter Thorsten Schaumann Ihre Wunschkriterien?
Erfüllt der neue Festivalleiter Thorsten Schaumann Ihre Wunschkriterien?
Ja, absolut. Thorsten Schaumann ist als Praktiker in der Filmindustrie tätig, nicht als Funktionär. Und das zeichnet ihn für die Rolle des Festivalleiters aus. Er hat ausreichend Erfahrung und macht in meinen Augen einen tollen Job.
Glauben Sie an die Zukunft der Hofer Filmtage?
Unbedingt! Ich habe das Gefühl, dass der Übergang von Heinz Badewitz zu Thorsten Schaumann und seinem Team echt gut funktioniert. Das Filmfestival hat sich in seiner Eigenständigkeit bewährt – und daran hält es fest.
Der mit 5000 Euro dotierte Hans-Vogt-Filmpreis der Stadt Rehau wurde am gestrigen Mittwochabend bei der Sondervorstellung der Unternehmerinitiative Hochfranken verliehen.