Pumphäuschen bei Volkmannsgrün Strom vom Dach?

Die Stadt Schauenstein lässt prüfen, ob es sinnvoll ist, auf dem Dach dieses Pumpenhauses am Siechenbach bei Volkmannsgrün eine Photovoltaik-Anlage errichten zu lassen. Foto: /Rost

Die Energiekosten für die Pumpe steigen ständig. Nun prüft die Stadt Schauenstein, ob eine Photovoltaik-Anlage sinnvoll ist.

Schauenstein/Volkmannsgrün - Einstimmig haben die Schauensteiner Ratsmitglieder im coronabedingt tagenden „Ausschuss für besondere Angelegenheiten“ auf Vorschlag von Bürgermeister Florian Schaller die Verwaltung den Planungen für eine kommunale Photovoltaik-Anlage beauftragt. Schaller erläuterte: Für das Pumpenhaus am Siechenbach bei Volkmannsgrün, das nicht nur für die Wasserversorgung Schauensteins, sondern auch für die Baiergrün-Windischengrün-Weidesgrüner Gruppe im Einsatz ist, verzeichne die Stadt seit 2016 jährlich Stromkostensteigerungen im vierstelligen Bereich. Schaller bezifferte die Energiekosten für das Jahr 2016 auf 34 000 Euro, für 2017 auf 39 000 Euro, für 2018 auf 43 000 Euro und für 2019 auf 46 500 Euro.

Der Bürgermeister stellte zur Diskussion, die alten Asbestplatten entfernen und mit einer neuen Dachauflage eine Photovoltaik-Anlage installieren zu lassen. „Damit könnten wir die steigenden Strompreise abfangen“, stellte Schaller in Aussicht. Vorher sei es nötig, die Kosten für die Entsorgung der Asbestplatten zu ermitteln und die Statik des Dachs untersuchen zu lassen.

Nur tagsüber

Stadtrat Werner Künzel (SPD) zeigte sich skeptisch, ob auf dem Gebäude eine leistungsfähige PV-Anlage installiert werden könne. Dabei waren sich alle Ratsmitglieder im Klaren, dass eine PV-Anlage allein nicht den benötigten Strom aufbringen kann. Weil kein Stromspeicher geplant ist, müssten die Pumpen nachts ausschließlich über die bisherige externe Energieversorgung laufen. Tagsüber könnte die Sonnenenergie zumindest einen Teil decken.

„Die Elektronik der Pumpe muss das aber verarbeiten, das ist nicht ganz so einfach“, gab dritter Bürgermeister Thomas Münzer (ÜWG) zu bedenken. Das müsse man vorher prüfen. Bürgermeister Schaller setzt dabei auf die Erfahrungen der LUK Helmbrechts bei der Wasserversorgung der Ahornberger Gruppe. Münzer regte an, untersuchen zu lassen, inwieweit auch die Bodenfläche neben dem Pumpenhaus für eine PV-Anlage infrage kommt. Allerdings sei dort ein großer Baum auf der Südseite hinderlich, merkte er an. Der Bürgermeister gab zu bedenken, dass der Strompreis ständig steigt. „Wir bekämen die CO2 -Abgabe für unseren eigenen Strom dazu“, machte er den Räten die Idee schmackhaft. Das Gremium folgte seinem Beschlussvorschlag, die Planungen 2021 anzugehen. Weil die Kommunalaufsicht im nächsten Haushalt keine Kreditaufnahme genehmigen wird, soll das Projekt im Falle einer erfolgreichen Voruntersuchung über den Haushalt 2022 realisiert werden.

 
 

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