Realschule Helmbrechts Hier ist Inklusion tägliche Praxis

Werner Bußler
Die Schulfamilie und Vertreter von Regierung, Kreis und Stadt freuen sich über Auszeichnungen der Realschule Helmbrechts. Sie hat das „Schulprofil Inklusion“ erhalten. Im Bild von links: Lehrerin Sonja Bohn (Personalrätin), Bürgermeister Stefan Pöhlmann, Ministerialbeauftragter Johannes Koller, Elternbeiratsvorsitzender René Wagner, Landrat Oliver Bär, Schulleiterin Beate Sommerer, Lehrer Fabian Nelkel (schulinterner Ansprechpartner), Schülersprecherin Lilly Herrmann und Verbindungslehrkraft Tanja Friedrich. Foto: /Bußler

Die Helmbrechtser Realschule kümmert sich vorbildlich um Schüler mit Handicap. Dafür hat sie nun eine Auszeichnung des Kultusministeriums erhalten.

Die Staatliche Realschule Helmbrechts hat vom Kultusministerium das Prädikat „Schulprofil Inklusion“ erhalten, als eine von insgesamt 23 Schulen in Bayern. Auch beim Projekt „Bayern barrierefrei“ ist sie dabei und hat das entsprechende Siegel erhalten. Aus diesem Anlass gab es nun eine kleine Feier in der schuleigenen Cafeteria. Dabei wurde deutlich: Inklusion ist für die Realschule Helmbrechts keine Worthülse. Sie wird hier gelebt. In einigen Klassen werden Schüler mit Handicap unterrichtet und sind voll in die Gemeinschaft integriert.

Schulleiterin Beate Sommerer betonte, die Voraussetzungen für eine barrierefreie Schule habe der Landkreises bereits in den Jahren 2009 bis 2011 mit der Sanierung des Gebäudes geschaffen. Die Verantwortlichen hätten mit viel Weitblick gehandelt. Ein Aufzug und ein kleiner Treppenlift wurden eingebaut, es gibt zusätzliche Handläufe. Bewegungsmelder, die die Beleuchtung einschalten, sind gerade für Menschen mit körperlicher Behinderung oder Sehschwäche vorteilhaft.

Bewährt haben sich diese Investitionen spätestens, als vor einigen Jahren ein Junge mit Rollstuhl zur Schulanmeldung kam. Er zählt heute fest zur Schulfamilie. Einige weitere junge Leute haben körperliche Beeinträchtigungen, die man nicht gleich wahrnimmt. Die Direktorin zeigte sich stolz auf die hilfsbereiten Schülerinnen und Schüler, die ihren Kameraden zur Seite stünden. Dies sei auch ein Verdienst der Lehrkräfte. „Wenn wir das Schulprofil Inklusion führen, ist das auch eine Verpflichtung. Wir stehen hinter diesem Thema. Jede Schülerin und jeder Schüler mit Inklusionshintergrund bringt neue Aspekte in den Alltag.“ Behinderte Schüler würden beispielsweise durch Arbeitsblätter mit größerer Schrift unterstützt oder auch durch nachmittägliche Videokonferenzen. Dabei kann auch der Kontakt mit der Familie gepflegt werden.

Landrat Oliver Bär zeigte sich erfreut, dass nun alle drei Realschulen im Kreis dieses Siegel tragen dürfen. „Dies bringt die Schule in ihrer Entwicklung noch ein Stückchen mehr nach vorne.“ Inklusion sei eine große Aufgabe, die mit einigen Anstrengungen für die Schulfamilie verbunden sei – die sich immer weiter entwickeln müsse, aber allen Beteiligten auch eine Menge Positives bringe.

Die Helmbrechtser Schule ist die zehnte von 28 Realschulen im Regierungsbezirk, die die Auszeichnung erhalten haben, wie Johannes Koller, Ministerialbeauftragter für die Realschulen in Oberfranken, berichtete. Inklusion sei neben Digitalisierung ein wichtiger zukunftsweisender Bereich. Vieles sei in den Schulen erstrebenswert, doch müsse man es auch in der Praxis umsetzen können. Dies sei nur möglich, „wenn alle Beteiligten hinter einer Sache stehen“. Die Realschule Helmbrechts habe ein gutes Konzept vorgelegt. Sie trage zur Bewusstseinserweiterung bei, dass Menschen, die dauerhaft mit Handicaps leben müssen, vollwertige Glieder der Gesellschaft sind.

Lehrerin Sonja Bohn, die in ihren Klassen mehrere Schüler mit Inklusionshintergrund unterrichtet, berichtete aus dem Schulalltag: „Es müssen zwar Kompromisse gefunden werden, weil sich eine Klasse zwangsläufig nicht ausschließlich nach einem ihrer Mitglieder richten kann, doch das klappt zur Zufriedenheit aller Seiten recht gut.“ Bürgermeister Stefan Pöhlmann zeigte sich angetan, wie gut die Realschule die Inklusion manage, „damit es gar nicht erst zu Problemen kommt“.

Beate Sommerer wies auf eine weitere Auszeichnung hin: Die Realschule darf sich „Umweltschule in Europa – Internationale Nachhaltigkeitsschule“ nennen.

 

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