„Ich muss mich manchmal zum Predigen zwingen – weil ich oft das Gefühl habe, es wäre an der Zeit, mal den Mund zu halten.“ Klar könne er reden, natürlich wisse er, wie Predigt geht: Aber für ihn selber stehe momentan anderes im Vordergrund, sagt Pfarrer Holger Winkler. Er will hören, dasein, lauschen und sich verbinden mit der Lebendigkeit Gottes – mit der Natur, dem Raum, der Schöpfung. Wenn einer gerade nicht reden will, ist es dann nicht saublöd, ausgerechnet in den Lehrer-Beruf zu wechseln – vom Regen in die Traufe? „Nein, Schule ist etwas ganz anderes als die Kanzel: Ich möchte mich nicht vor die Schüler stellen und ihnen sagen, was sie zu glauben haben – ich will einen Raum öffnen und einladen.“ Dabei hat Holger Winkler das auch in elf Jahren als Regnitzlosauer Pfarrer genau so gehandhabt, dementsprechend ist sein Weggang von vielen Tränen begleitet.