Rehau - Nach ihrer Flucht vor Wildschweinen auf einen Hochsitz hat eine 42-jährige Frau mit ihrem Handy den Notruf gewählt. Das teilte die Rehauer Polizei auf Nachfrage der Frankenpost mit. Die Rehauerin war am Dienstagnachmittag mit ihren zwei kleinen Hunden im Faßmannsreuther Forst unterwegs, als sie auf die Rotte traf.

Durch den Tiefschnee flüchtete sie mit ihren Hunden auf dem Arm vor den wilden Tieren. Da die Wildschweine keine Anstalten machten, sich von dem Jägerhochstand zu entfernen, rief die Frau bei der Integrierten Leitstelle um Hilfe.

Wie Gerhard Puchta, Leiter der Rehauer Polizeistation, mitteilte, konnte die 42-jährige Spaziergängerin ihren zurückgelegten Weg am Telefon zwar grob beschreiben, über ihren genauen Standort hatte sie jedoch die Orientierung verloren. Schließlich gibt es im Rehauer Waldgebiet rund 200 Hochsitze.

Die Beamten waren bei anbrechender Dunkelheit kurz davor, einen Hubschrauber und eine Hundestaffel loszuschicken, als eine Streife auf einen Jogger im Faßmannsreuther Forst traf. Der Mann bot seine Hilfe an - und fand die Frau. Sie und ihre Hunde waren glücklicherweise unversehrt.

Nach der Suche im Wald wollten die Polizisten den Jogger nach Hause fahren. Der lehnte das Angebot jedoch dankend ab. Er wollte sein Training beenden.

"Der Mann bekommt noch ein Dankeschön von mir", sagte Gerhard Puchta. Schließlich hat er die Polizei vor einem teuren Einsatz bewahrt. Ein großer Dank gehe auch an einen Landwirt aus Rehau. Er hatte den Beamten während der Suche Fahrspuren für die Einsatzfahrzeuge in den Schnee geräumt.