Rehau - Längst ist es Tradition: Alljährlich im Januar lädt die Deutsch-Französische-Gesellschaft Rehau zu einem Themenabend rund um die Freundschaft der beiden Länder ein. Diesmal standen französische Feste und Traditionen im Mittelpunkt. Sylvie Gaubert-Barthold, die in Hof lebende Projektleiterin "Fremdsprachen" der Volkshochschule Landkreis Hof, informierte in einem sachkundigen Vortrag über die Gepflogenheiten und Hintergründe der wichtigsten Feste und Feiertage in ihrem Heimatland Frankreich: Den ganzen Januar haben demnach Franzosen Gelegenheit, "Bonne année", also " ein gutes neues Jahr" zu wünschen und am 6. Januar gibt es allerorten den leckeren süßen Blätterteigkuchen "Galette de Rois". In dem Königskuchen ist eine kleine Figur versteckt. "Wer die in seiner Schnitte hat, wird König oder Königin des Tages", erklärte Sylvie Gaubert-Barthold. "Présentation" - am 2. Februar als Mariä Lichtmess bei uns bekannt, steht im Zeichen der "Crêpes", der französischen Pfannkuchenspezialitäten. "Wer in der linken Hand eine Geldmünze hält und mit der rechten eine Crêpe in der Pfanne umwendet, hat Glück und Geld übers ganze Jahr", versprach die Referentin. "Carnaval", der Fasching, werde in Frankreich weniger gefeiert. Dagegen sei die schöne Sitte des "Aprilschickens" am 1. April sehr beliebt: "Man klebt den Leuten einen Papierfisch auf den Rücken und freut sich diebisch darüber." Ostern fliegen die Kirchenglocken des Landes nach Rom und bringen von dort Schoko-Eier, -Hühner und -Glocken für die Kinder mit. Der 1. Mai ist der Tag der Arbeiteraufmärsche, das "Fête du travail ascension". "Als Glücksbringer schenkt man sich Maiglöckchen." Mit Musik und Tanz feiern die Franzosen den Sommeranfang am 21. Juni. Und: Traditionell gibt es in Frankreich einmal im Jahr ein Riesenfeuerwerk, am Nationalfeiertag, dem 14. Juli. "Auch an diesem Tag des Sturms auf die Bastille wird getanzt, gesungen und gelebt", weiß die Referentin. Das Weihnachtsfest "Noel" wird in Frankreich am 25. Dezember gefeiert. "Da bringt der Weihnachtsmann Pere Noel die Geschenke." Am 24. Dezember widme sich ganz Frankreich dem weihnachtlichen Abend-Festessen, bei dem die berühmten kulinarischen Spezialitäten Austern, Pasteten, Geflügel und Champagner aufgetischt werden, sagte Gaubert-Barthold. "Silvester gibt es nur vereinzelt Feuerwerk, am letzten Tag des Jahres treffen sich Gesellschaften in größeren Räumen, um miteinander zu feiern." DFG-Vorsitzender Harald Ehm kürte vor rund 70 Teilnehmern die Könige des Kuchenessens und lobte das ausgezeichnete Verhältnis der Nachbarländer in einem geeinten Europa.
Rehau So feiern die Franzosen
Claus Preißner 24.01.2017 - 19:21 Uhr