Rikscha für die Stadt Selber Senioren lassen strampeln

Gemeinsam Ausflüge unternehmen und miteinander ins Gespräch kommen, das sind die Hintergedanken des Projekts „Rikschas für Oberfranken“. Das Gefährt wird im Paul-Gerhardt-Haus in Selb stationiert sein. Foto: /Nadine Weigel/dpa

Eine Rikscha soll in ihrer Mobilität eingeschränkten Menschen neue Freiheiten geben. Standort ist das Paul-Gerhardt-Haus.

Selb - Die Stadt Selb beteiligt sich am Projekt „Rikschas für Oberfranken“. Dafür soll zunächst eine Rikscha im Wert von knapp 11400 Euro angeschafft werden. Die Kosten dafür übernimmt die Adalbert-Raps-Stiftung aus Kulmbach vollständig. Insgesamt werden in Oberfranken 13 Rikschastandorte – je einer pro Landkreis und kreisfreier Stadt – gefördert.

Die Kulmbacher Stiftung hatte vor einiger Zeit Organisationen dazu aufgerufen, sich an der Ausschreibung „Rikschas für Oberfranken“zu beteiligen. Ziel ist es, mobilitätseingeschränkten Menschen die Möglichkeit zu geben, mit einer Rikscha Ausflüge in die nähere Umgebung zu ermöglichen. Wie Wirtschaftsförderin Nadja Hochmuth erläuterte, hatte sich die Stadt Selb mit Unterstützung des Seniorenbeirats, der Diakonie, des Paul-Gerhardt-Hauses und Stadträtin Susann Fischer (Grüne) als Standort beworben. Nachdem die Unterlagen eingereicht waren und nach einem persönlichen Vorstellungsgespräch mit den Beteiligten, sei Selb als Standort ausgewählt worden, sagte Nadja Hochmuth. In Zukunft sollen weitere stationäre Einrichtungen und ambulante Pflegedienste an dem Projekt beteiligt werden.

Austausch unter Generationen

„Ich freue mich über den Zuschlag“, sagte Susann Fischer. „Das ist ein wichtiges Projekt im Bereich der sozialen Teilhabe.“ Die älteren Mitbürger hätten sich früher für die Stadt Selb eingesetzt, mit den Fahrradrikschas könnte ihnen ein Stück Freiheit wiedergegeben werden. „Das soll ein generationenübergreifendes Projekt sein“, sagte die Grünen-Stadträtin. „Bei den Fahrten sollen sich Jung und Alt untereinander austauschen können.“

Laut Nadja Hochmuth werden die Rikschas zentral über die Adalbert-Raps-Stiftung beschafft. Die Kosten für Wartung und Instandhaltung betragen jährlich rund 250 Euro. Außerdem empfiehlt die Stiftung einen Ersatzakku. Die Kosten dafür liegen zwischen 600 und 700 Euro.

„Der Standort der Rikscha soll sich zukünftig im Paul-Gerhardt-Haus befinden“, sagte die Wirtschaftsförderin. Von dort aus können die Piloten – das können Ehrenamtliche, Mitarbeiter oder Angehörige sein, die vorher geschult werden – zusammen mit den in ihrer Mobilität eingeschränkten Menschen zu den Ausflügen aufbrechen. Wie Nadja Hochmuth sagte, sollen sowohl der Seniorenbeirat als auch der Jugendbeirat in die Akquise der Piloten eingebunden werden.

Die Adalbert-Raps-Stiftung bietet außerdem einen Workshop an zum Thema „Engagierte gewinnen und halten“.

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